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Bilder einfach über die Google-Bildersuche verkaufen

Eigentlich kann jeder (!) seine Bilder kostenlos über Google vermarkten. Warum nutzen so wenige die Chance?

Ein Jahr ist es her, dass bei der Google-Bildersuche ohne viel Tamtam das revolutionäre Label »Lizenzierbar« eingeführt wurde. Damit können sich Bild-Suchende unter dem Menüpunkt »Suchfilter« die Optionen »Creative-Commons-Lizenzen« oder »Kommerzielle und andere Lizenzen« anzeigen lassen. Andersherum eine tolle Chance für alle, die Bilder verkaufen möchten: Indem sie entsprechende Informationen in die Metadaten schreiben, können sie ihre Fotos oder Illustrationen mit dem Label versehen und so mögliche Interessenten auf direktestem Wege zur Lizenzierung einladen.

Ein großer, vielfältiger Bildermarkt könnte entstehen, doch nutzen bisher meist professionelle Bildagenturen diese Möglichkeit – und kaum die Kreativen selbst. Wir wollten wissen, warum das so ist und haben Alexander Karst gefragt, einen der besten Kenner des Bildmarkts und des Bildrechts. Im folgenden Text gibt er Antwort.

»Wer Bildlizenzen auf Google transparent machen will, muss sich mit Metadaten befassen. Aber da hapert es gewaltig«

Alexander Karst ist einer der Geschäftsführer der auf Bildeinkauf, Recherche und Rechteklärung spezialisierten Hamburger Agentur Die Bildbeschaffer. Zu allen diesen Themen hält er regelmäßig Vorträge, veranstaltet Workshops und Webinare.

 

 

Fotografen sind nicht so weit.

Für viele Fotografen sind Metadaten schlicht: a) unbekannt oder b) Strafarbeit. Sich mit den Strukturen von Metadaten beschäftigen – das tun viele Fotografen nur, wenn sie es müssen. Und diejenigen, die sich damit beschäftigen, suchen jeder für sich (Individualisten!!!) ihren eigenen Weg. Viele Wege, die nicht alle das gleiche Ziel haben. Da später dann den gemeinsamen Nenner zu finden, wird nicht wirklich erfolgversprechend.

Die Software ist noch nicht so weit.

Behance.net zeigt die Metadaten. Smugmug (kennt man ja eigentlich nicht, hat aber vor ein paar Jahren FLICKR gekauft) zeigt Metadaten. Aber WordPress und viele andere CMSe, mit denen sich Fotografen auf die Schnelle ein Portfolio bauen, löschen die Metadaten. Und das nötige Feld für den Licensable-Badge »Licensor-URL« ist in Photoshop und Lightroom so tief versteckt, dass man schon ziemlich genau wissen muss, wo.

Maschinen sprechen mit Maschinen.

Google hat hier etwas Tolles vorgelegt und seine Maschinen dazu gebracht, mit den Quellenangaben zum Vorteil der Fotografen zu arbeiten. Jetzt müssen die Maschinen der Fotografen nachlegen. Automatisches Ausfüllen von Pflichtfeldern – direkt in der Kamera, beim Export aus Lightroom etc, beim Upload in die CMSe der Fotografen oder MAMs der Kunden. Es ist wie bei der Überfischung der Meere: Jeder einzelne mag nur noch Fisch essen, der »okay« ist – aber die Industrie ist in der Pflicht zu reagieren, damit wir uns die Handarbeit ersparen.

Die IPTC sagt: Es ist alles da. Bedient Euch. Aber schon bei den Bezeichnungen für die Metadaten-Felder haben sich die einzelnen Software-Anbieter noch nicht mal auf eine einheitliche Feldbenennung einigen können …

Neues europäisches Urheberrecht: Workflow bitte!

Das allseits geliebte Stichwort »Uploadfilter« wird ja gerade – irgendwie – umgesetzt. YouTube geht voran mit der Content-ID. Aber hier fehlt noch der letzte Schritt der Automation: Wenn ein kommerzieller Uploader etwas hochlädt, das geschützt – aber von ihm lizenziert – ist, dann sollte diese Info (Ich habe d-i-e-s-e Lizenz) auch automatisiert übergeben werden.

Hier muss ein Standard entwickelt werden, der im Zweifel beim Lizenzgeber beginnt. Zum Beispiel mit einem Lizenz-Schlüssel, den der Lizenzgeber in die Metadaten schreibt und dann später von YouTube et al über eine API verifiziert werden kann.

Das wird ein dickes Brett, aber nötig.

Fazit trotz allem

Jedem Fotografen, jeder Fotografin, die ihre Bilder online zeigen – ob kostenlos oder nicht –, würde ich empfehlen, die Lizenz-Infos in die Metadaten der Bilder zu schreiben. Denn diese Infos sind nicht nur für Google, sondern sie dienen der Kennzeichnung und dem Schutz der eigenen Bilder.

Hinweis: Für alle, die nicht wissen, wie das geht, haben die Bildbeschaffer eine Anleitung zu Meta-Daten für Online-Bilder zusammengestellt, die sich kostenlos bestellen lässt.

 

Produkt: eDossier: »Bildrecht und Social Media«
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Stockfotos in Social Media: Die Richtlinien der Bildagenturen

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