Adobe-Interview zu CS 3: „Die Integration stand ganz klar im Mittelpunkt”

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PAGE sprach mit Michael Fahrngruber, Sales Manager Creative Professionals bei Adobe über die neue Version der Creative Suite.

Welche (eventuell neuen) Zielgruppen werden mit der Creative Suite 3 angesprochen?

Michael Fahrngruber: Wir richten uns mit der Creative Suite 3 in erster Linie an Kreativprofis. Dazu zählen etwa Anwender in Verlagen und Agenturen, deren Hauptaufgabe in der Gestaltung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Informationen liegt. Darüber hinaus sprechen wir auch die so genannten „Inhouse Publisher“ an, also die Mitarbeiter in den Kreativabteilungen von Unternehmen, die sich um die interne oder externe Kommunikation kümmern. Das Einsatzspektrum der Creative Suite ist dabei sehr breit und reicht von Hauszeitschriften über Newsletter und Formulare bis hin zu Verpackungsdesign und Anzeigengestaltung.

Neben dem Fokus auf die Nutzer unserer Lösungen im Kreativumfeld möchten wir uns außerdem wieder stärker im klassischen Zeitungsmarkt einbringen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass unsere Layoutwerkzeuge immer enger in vorhandene Redaktions- und Zeitungssysteme integriert werden, sehen wir hier noch großes Potenzial. Offene Schnittstellen und die intensive Zusammenarbeit mit Systemintegratoren und Partnern haben diesen Weg gemeinsam mit Adobe möglich gemacht.

PAGE: Was ist im allgemeinen der Unterschied zu den vorherigen Suites?

Michael Fahrngruber: Ein bedeutender Unterschied zur Creative Suite 2 liegt in der Ausrichtung auf unterschiedliche Zielgruppen, die wir nun mit mehreren, speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Produktpaketen ansprechen können. Das heißt, dass wir neben der Creative Suite 3 Design Standard und der Premiumvariante auch eine Creative Suite 3 Web Standard beziehungsweise Premium, ein Lösungspaket Creative Suite 3 Production Premium und – als allumfassende Lösung – eine Master Collection anbieten. Das hat den Vorteil, dass jeder Kunde die für ihn individuell am besten geeignete Suite auswählen kann.

PAGE: Wo wurden besondere Fortschritte erzielt?

Michael Fahrngruber: Darüber hinaus haben wir die Integration der ehemaligen Macromedia Produkte stark vorangetrieben: Das umfasst nicht nur eine größere Bandbreite an Produkten in den Suiten, sondern auch deren einfachere Bedienbarkeit, die angepassten Benutzeroberflächen, das Zusammenspiel der Produkte untereinander sowie deren Einbindung in die Adobe Bridge als dem verbindenden Element der Programmpakete. Ziel dieses Vorgehens ist es, dem Kunden eine Komplettlösung rund um das Publizieren zu bieten – inklusive der besten derzeit erhältlichen Funktionen und Werkzeuge.

PAGE: Was ist aus Ihrer Sicht die bedeutendste Neuerung/Fortschritt im Vergleich zur letzten Version?

Michael Fahrngruber: Die Integration der Produkte innerhalb der Suite – insbesondere mit Blick auf die ehemaligen Macromedia-Lösungen – stand ganz klar im Mittelpunkt unserer Entwicklungen. Von unseren Anwendern haben wir erfahren, dass sie dank der guten Zusammenarbeit der Produkte nicht nur Zeit und damit Geld bei der Produktion einer Publikation sparen, sondern auch kreativere Ergebnisse in kürzerer Zeit abliefern können. Auf diesem lösungsorientierten Weg sind wir nun ein ganzes Stück weiter gegangen und haben vor allem Web-Publishing, Mobile Publishing sowie die die Erstellung von interaktiven Elementen, Animationen und Filmen auf Basis von Standardtechnologien wie zum Beispiel Flash und Flash Video berücksichtigt.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass wir sowohl die Leistungsfähigkeit der Einzelprodukte noch weiter ausgebaut als auch den Workflow zwischen den Produkten weiter optimiert haben. An dieser Stelle alle neuen Funktionen und Möglichkeiten aufzuzählen, würde vermutlich den Rahmen dieses Interviews sprengen. Aber wie Sie schon bei der öffentlichen Betaversion von Photoshop CS3 sehen konnten, haben wir selbst bei einem solch ausgereiften Produkt ein weiteres Mal erhebliche Verbesserungen eingebaut – dank der Anregungen von Kundenseite.

PAGE: Mit der Übernahme von Macromedia und der Zusammenführung der Produkte ist ein Wettbewerber weggefallen. Müssen die Anwender eine Art “Publishing-Monopol” fürchten?

Michael Fahrngruber: Generell sind unsere Wettbewerber in ganz unterschiedlichen Märkten angesiedelt und stehen dementsprechend auch zu verschiedenen Adobe-Lösungen in Konkurrenz – seien es Acrobat Clones, Open Source-Anwendungen, Web-Editoren oder das Layoutprogramm Quark. Unser stärkstes Differenzierungsmerkmal ist sicher die hohe Integration der Produktionswerkzeuge, die jedes für sich eine hochmoderne Lösung auf dem neuesten Stand der Technik darstellen. Das bringt dem Nutzer immense Vorteile wie beispielsweise schnellere Ergebnisse, kostengünstigere Prozesse und einfachere Bedienbarkeit. Darüber hinaus bieten zahlreiche Dienstleister und Service-Provider Lösungen auf Basis unserer Produkte an. Im Laufe der Jahre ist hier ein stark ausgeprägtes Ökosystem entstanden, dass unseren Kunden zusätzliche Services und Dienstleister and die Hand gibt, mit denen sie hochwertige und verlässliche Ergebnisse erzielen können, unabhängig davon, wie komplex die Anforderungen sind.

Ein Monopolist ist Adobe sicher nicht, auch wenn unsere Marktstellung in Teilbereichen sehr stark ausgeprägt ist. Letztendlich konnten wir uns mit unseren Technologien und Lösungen neben anderen Mitbewerbern durchsetzen – weil wir die Bedürfnisse unserer Anwender und des Marktes verstanden und entsprechend umgesetzt haben.

PAGE: Was erwarten Sie vom neuen Release?

Michael Fahrngruber: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die sehr positive Entwicklung aus den vergangenen Monaten fortzusetzen. Mit der Creative Suite 3 wollen wir den Marktanteil bei unserer Hauptzielgruppe weiter ausbauen und gerade im Bereich für Kreativlösungen im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Vor allem die große Beliebtheit und Akzeptanz von InDesign bildet hier eine solide Basis für eine weitere Steigerung. Neben der gelungenen Integration ist — abgesehen von den neuen kreativen Funktionen und Werkzeugen — die Möglichkeit der Standardisierung auf die Lösungen der Creative Suite ein nicht zu vernachlässigender wirtschaftlicher Vorteil gegenüber den Mitbewerbern. Außerdem denken wir, dass die neu vorgestellte Funktionalität von Device Central unseren Kunden dabei hilft, sich neue Märkte und damit neues Umsatzpotenzial zu erschließen. Diese Komponente unterstützt sie bei der Erstellung und Verbreitung von Inhalten für mobile Endgeräte und trägt damit einem unverkennbaren Trend zu mobilen Inhalten Rechnung.

Ganz allgemein gesprochen: Welche Vision hat Adobe bei der künftigen Weiterentwicklung der Produkte und der Suite?

Michael Fahrngruber: Universelle Technologien wie PDF, Flash oder HTML helfen dem Anwender dabei, unabhängig von Zeit, Ort oder Medium auf Informationen zuzugreifen. In Zeiten, in denen sich das Wissen alle 18 Monate verdoppelt, sind Mobilität und der schnelle Zugriff auf Informationen wichtiger denn je. Dementsprechend sind auch die Anforderungen für die Kreativprofis gestiegen, aktuelle und ansprechende Informationen zu gestalten, die aus der Informationsflut herausstechen. Wir möchten unseren Anwendern dabei helfen, ihre Arbeit schneller, effizienter und vor allem besser zu erledigen. Da Adobe eine sehr enge Bindung zu seinen Anwendern pflegt und damit immer ein Ohr am Markt hat, ist es eine Selbstverständlichkeit, ihre Anregungen in unseren Entwicklungen und Technologien zu berücksichtigen. In diesem Sinne möchten wir die Zukunft des Informationszeitalters mit prägen, und zwar in allen Bereichen der Kommunikation, angefangen von Desktop über Web und Mobile Publishing bis hin zu serverbasierten Dokumentensystemen, die neben der automatisierten Erstellung und Distribution auch die Sicherheitsaspekte stärker in den Mittelpunkt rücken.


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