Adobe Creative Suite 5.5: Publishing-Software im Abo

Genau ein Jahr nach der Vorstellung der Creative Suite CS5 kündigt Adobe das Zwischenupdate 5.5 an. Erhältlich soll es bereits Mitte Mai sein. Welche Neuerungen sind von Belang?



Genau ein Jahr nach der Vorstellung der Creative Suite CS5 kündigt Adobe das Zwischenupdate 5.5 an. Erhältlich soll es bereits Mitte Mai sein. Welche Neuerungen sind von Belang?

Normalerweise liegt der Updatezyklus bei etwas 18 Monaten. Die großen Releases sollen in Zukunft seltener erscheinen, die Wartezeit wird mit kleineren Updates garniert. Die Updatekosten der CS5.5 bewegen sich in etwa bei der Hälfte der bei einem großen Update anfallenden Kosten. Für zeitlich begrenzte Projekteinsätze sind die neuen Abo-Modelle von Interesse, da man hier flexibel die Tools für temporäre Arbeitsplätze hinzubuchen kann. Für das Monatsmodell fallen 7,5 %, für das Jahresmodell 5 % der regulären Lizenzkosten an. Um ein Jahresabonnement vorzeitig zu kündigen, muss man eine Vertragsstrafe zahlen.

Mit dem Update will Adobe auf die umwälzenden Entwicklungen im Bereich Mobile Publishing reagieren, welches durch das iPad angestossen wurde. Inzwischen gibt es eine Schar von Konkurrenten, die auf den Zug aufspringen. Die Neuerungen konzentrieren sich daher darauf, E-Book-Reader und Tablets besser zu unterstützen, egal ob unter iOS, Android oder Blackberry Playbook. Im Fokus sind Indesign, Dreamweaver, Flash und Premiere Pro. Für Photoshop ist ein neues SDK erhältlich, mit dem sich erzänzende Apps für das iPad entwickeln lassen, die eine Verbindung zum Hauptprogramm haben. Anregungen von Adobe sollen im Mai im App-Store erscheinen. Mit der App Color Lava beispielsweise mischt der Kreative Farben, welche in der Photoshop-Farbpalette hinterlegt werden können. Soundbooth fällt als Audioeditor weg, an seine Stelle tritt das weit professionellere Audition, das jetzt für den Mac verfügbar ist. Audition ist in der Lage, Effekte nicht nur einzelnen Clips, sondern ganzen Spuren zuzuweisen.

Kreative werden mit einer wachsenden Zahl unterschiedlicher Screengrößen konfrontiert, die Touch-Oberflächen verlangen hier nach sauber angepassten Layouts, mit einem PDF für alle ist es nicht mehr getan. Entsprechend erlaubt der Webeditor Dreamweaver CS5.5 dank dem Multiscreen-Support die Kontrolle verschiedener Screengrößen auf einen Blick. In Flash ist es nun deutlich einfacher die Bühne an andere Formate anzupassen, auch nicht-proportional. Das Feature erinnert an die Layoutanpassung in Indesign, ein Feature welches – man mag es kaum glauben – bereits in der ersten Version von Indesign enthalten war. Dreamweaver kommt zudem mit einer automatischen HTML5-Code-Vervollständigung und offeriert die Integration der Javascript-Bibliothek jQuery.

Dreamweaver CS5.5 erleichtert das Design für mehrere Screenformate, mit der Multiscreen-Ansicht sieht der Kreative stets das Ergebnis z.B. für Desktop- und Mobile-Layouts

Im Videoschnittprogamm Premiere Pro wurde die in CS5 eingeführte Mercury-Engine verbessert. Diese sorgt für mehr Performance, da sie Teilaufgaben an die Grafikkarte (GPU) delegiert. Nun werden mehr Effekte von der GPU unterstützt, darunter der Gaußsche Weichzeichner. Ein klarer Trend ist der Einsatz von digitalen Spiegelreflexkameras für Videos, der kreative Spielraum ist dank Wechselobjektiven enorm. Diese verfügen aber weder über gute Mikrofone noch ist die Bildstabilisierung brauchbar. Adobe will die Handhabung vereinfachen. Durch die Funktion „Merge Clips“ verbindet Premiere nun Video- und externe Audiospuren, der „Walk Stabilizer“ versucht verwackelte Aufnahmen zu beruhigen. Er setzt dabei unter anderem den aus Photoshop bekannten „Content Aware Fill“ ein, der durch das Ausrichten verloren gegangene Bildbereiche anhand der Umgebung neu hinzurechnet. Das Ergebnis hängt aber – wie auch in Photoshop – sehr vom Ausgangsbildmaterial ab.

Die Datendrehscheibe Indesign enthält nun standardmäßig die Tools, um digitale Magazine für iPad und Co. mit multimedialem Mehrwert anzureichern. Für eine Veröffentlichung im App Store fallen aber zusätzliche Kosten an, Adobe verlangt eine monatliche Grundgebühr von 600 Euro plus einer Umsatzbeteiligung, neben den 30 %, die Apple für Verkäufe im Store kassiert. Die Produktion von E-Books ist in Indesign CS5.5 deutlich verbessert, offenbar eine Reaktion auf die gute E-Book-Unterstützung in Quark XPress 9. Der bisher nur als Entwurf vorliegende EPUB-Format 3.0 wird von Adobe bereits unterstützt, der Export ist deutlich beschleunigt. Endlich lässt sich in EPUB-Dokumenten ein Cover definieren, bisher waren dafür Dritthersteller-Tools nötig. Das Layout eines EPUB E-Books wird erleichtert, da der Gestalter Objekte nun einfach per Drag-and-Drop im Fließtext verankert, innerhalb Absatzformaten legt er direkt die gewünschten Tags fest. Die neue Artikel-Palette sortiert die Inhalte für den EPUB-Export. Hier definiert der Layouter, was im Export erscheinen soll und was nicht.
Mit einem Manko von Indesign muss man nach wie vor leben: Indesign CS5.5 Dokumente lassen sich nicht in der Vorversion CS5 und davor öffnen, hier muss man stets den Umweg über das IDML-Format gehen.        
www.adobe.de


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