Zwischen Ekel und Ästhetik: »N°2« behandelt ein heikles Thema

Im Hundekotbeutel abgepackt, auf Duftpapier gedruckt, mit Goldrand versehen und zahlreichen Anspielungen: Tiberio Ferrarese wirft in seiner Masterthesis »N°2« einen Blick auf Fäkalien.



In seiner Masterthesis »N°2« experimentiert Tiberio Ferrarese mit einem anderen Blick auf das Thema Exkremente, auf Fäkalien, Kot, Scheiße.

Wie sehr dieses immer noch ein Tabu ist, zeigt schon alleine, wie viele Umschreibungen es für das »Unausprechliche« gibt, die vom »kleinen, brauen Elefanten« bis zu »Würstchen« reichen.

Ferrarese aber setzt dem mit seiner Arbeit, die als Masterthesis an der Hochschule Mannheim entstand, neben wohldosiertem Ekel auch allerlei wohlriechende Ästhetik entgegen – und jede Menge historisches Wissen.

Lehnt er Name und Cover seiner Publikation »N°2« an das berühmte Chanel Parfüm N°5 an, hat er das Buch in einem rosafarbenen Hundekotbeutel verpackt, mit einen Goldschnitt versehen und vermeintlich unappetitliche Inhalte auf blumiges Duftpapier gedruckt.

»Aufklärend, humorvoll, ästhetisch und zugleich ekelerregend sein«, soll »N°2« sein und greift in den verschiedenen Kapiteln die Themen Ekel, Realität, Humor und Ästhetik auf. Nicht ohne Ironie dient eine Doppelseite mit illustrierten Kothaufen jeweils als Kapiteltrenner.

Und dazu wimmelt es nur so von Anspielungen, die sich rund um die »Scheiße« drehen. Neben dem Verweis auf Chanel zitiert der Name »N°2« den Fakt, das amerikanische Eltern ihre Kinder vor dem Toilettengang fragen, ob sie ein »Number One« (klein) oder »Number Two« (groß) machen müssen.

Der edle Goldschnitt des Buchs hingegen lässt an Sprüche wie »Aus Scheiße Gold machen« ebenso denken wie an den grantigen Ausruf »Heilige Scheiße«, an Kostbarkeiten und den ersten Platz.

So lässt man sich gerne auf die verschiedenen Pfade ein, die in den Kapiteln beschritten werden, vor allem auch, wenn man immer wieder auf wunderbare Zweideutigkeiten trifft, überrascht wird, zum schmunzeln gebracht – und das alles im rosafarbenen, goldenen Look.


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