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Wie Luzia Hein eine großartig aktuelle Briefmarke gestaltete

Zur Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die jetzt in Karlsruhe stattfindet, hat die Hamburger Grafikdesignerin Luzia Hein für die Deutsche Post eine Sondermarke entworfen. Ein langwieriger Prozess.

Alle acht Jahre kommt die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen zusammen. Zum ersten Mal findet sie in Deutschland statt und zwar Ende August in Karlsruhe.

Rund 5.000 internationale Gäste aus 350 Mitgliedskirchen aus aller Welt werden erwartet. Und das ist ein so besonderes Ereignis, dass dazu eine Sondermarke der Deutschen Post erscheint.

Möchte man zu den ausgewählten Designenden gehören, die zu den Gestaltungswettbewerben für Briefmarken vom Bundesfinanzministerium eingeladen werden, muss man sich explizit dafür bewerben.

Genau das hat die Hamburger Grafikdesignerin Luzia Hein getan, kaum dass sie in ihre Selbstständigkeit gestartet ist. Schließlich hat sie sich schon als Kind mit dem Großvater dessen Alben angeschaut und begann mit sechs Jahren selbst zu sammeln.

Wettbewerb ausgewählter Designender

Und ihre Bewerbung beim Bundesministerium der Finanzen hatte Erfolg. Seit Sommer 2020 gehört Luzia Hein zu den ausgewählten Designer:innen, die zu den Gestaltungswettbewerben für Briefmarken vom Bundesfinanzministerium eingeladen werden.

Sechs bis acht Designende sind das pro Wettbewerb zu dem bis zu drei Entwürfen zu einem bestimmten Thema eingereicht werden können. Nur der erstplatzierte Entwurf wird realisiert – und das war beim Thema »Vollversammlung des Ökumenischen Rates in Karlsruhe« die Arbeit von Luzia Hein.

Wenig Raum, prägnante Botschaft

Eine Briefmarke zu entwerfen sei aufgrund des kleinen Formats eine Herausforderung, heißt es von der Designerin. Doch auf wenig Raum eine Botschaft visuell prägnant darzustellen, sei genau das reizvolle an der Aufgabe.

Und auch, dass eine Briefmarke ein ungewöhnlich großes Zielpublikum hat und sich nicht nur an eine Gruppe von Menschen, sondern an die gesamte Bevölkerung richtet.

In der visuellen Gestaltung der Briefmarke ist man komplett frei und man kann selbst wählen, ob man eine Zeichnung, eine Fotografie, Typografie oder andere Mittel wählt.

Luzia Hein hat sich in ihrer Gestaltung der Sondermarke ganz auf die minimalistische Formensprache und auf die leuchtenden Farben konzentriert, die auch sonst in ihren Arbeiten zu finden sind.

Diversität auf Wellen

Als Motiv hat sie das Symbol der Ökumene gewählt, ein Boot mit dem Kreuz als Mast und hat es dicht an dicht aneinander gereiht lässt es auf Wellen schaukeln. Divers und bunt, mit Booten von denen jedes eine andere Farbe hat, zeigen die Boote Zusammenhalt und werden gleichzeitig Muster.

Auf den Zehnerbögen der Briefmarke setzt sich die Buntheit der Boote über den Rand der Briefmarke fort. Neben Diversität verbildlicht die Farbigkeit zugleich die Vollversammlung als internationales Event mit Teilnehmenden von allen Kontinenten.

Über die Sondermarke hinaus entstanden zwei Erstausgabestempel für Berlin und Bonn.

Auch so kann moderne Ökumene aussehen. 

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Bravo!! Sehr lebendige Briefmarke, gut gemacht. Habe selbst die Sondermarke “Malteser Hilfsdienst” gestaltet. Lange her, 1969 während meines Studiums an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste, Stuttgart. Da gabs 5.000 DM, sehr viel Geld damals und viel Ehre. Leider wurde ich danach nicht mehr eingeladen. Es ist halt ein sehr erlesener Kreis der Briefmarkengestalter. Bleiben Sie dran.

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