Posters of Berlin

Ein Tumblr dokumentiert grafisch spannende Plakate in Berlin.



Bild Posters of Berlin Tumblr

 

Berlin ist übersat von Plakaten. Es sind so viele, dass man sie gar nicht alle wahrnehmen kann – und man deshalb zwangsläufig auch besondere Perlen verpasst. Der Tumblr-Blog »Posters of Berlin« dokumentiert schöne Exemplare. Bat for Lashes, Kulturwinter, Deftones, Bob Dylan, Schaubühne, Partys, Kino oder philosophische Street Art – alles ist dabei, solange es interessant aussieht.

Wir sprachen mit der Tumblr-Autorin Anna Weiss über ihr Projekt.

PAGE: Woher stammen die Fotos der Poster? Machen Sie diese selbst?

Anna Weiss: Ja, die Fotos mache ich selbst. Einmal pro Woche ziehe ich los und fotografiere die Plakate, die mir am meisten gefallen. Wenige der auf dem Blog geposteten Poster sind Reblogs von anderen Tumblr-Usern und manchmal schicken mir Freunde Fotos zu.

Seit wann gibt es Ihren Tumblr?

Mit dem Blog habe ich im Juni begonnen. Die Idee hatte ich schon einige Monate mit mir herum getragen, und während einer Bachelorarbeitprokrastinationsphase habe ich diese dann in die Tat umgesetzt.

Was ist Ihre Motivation?

Am Anfang war es ein persönliches Projekt. Ich bin vor zweieinhalb Jahren nach Berlin gezogen, nachdem ich sieben Jahre in Dubai gelebt habe. Dubai hat ein sehr unpersönliches Gesicht: Stadtviertel sind vor dem Bau komplett durchgeplant, nichts entwickelt sich organisch. Dieses sterile Gefühl überträgt sich auf die Bewohner. Dadurch scheint niemand interessiert daran, das Menschliche an der Stadt zu fördern, kaum jemand engagiert sich für etwas freiwillig, und die »Kunstszene« ist klein und kommerziell.
Daher war der Kontrast zu Berlin für mich um so größer. Jede Ecke scheint nur so vor Kreativität zu sprühen. Es ist nicht wichtig, ob ein Graffiti gut oder schlecht gemacht ist oder ein Stencil ein belangloses Zitat ist, es geht um die Kommunikation, die dadurch entsteht und die zeigt, dass die Bewohner eine emotionale Bindung zu ihrer Stadt haben – und das wiederum macht Berlin so lebendig wie ich finde. Ein Teil dieser urbanen Kommunikation sind auch die Plakate, und da ich Visuelle Kommunikation studiert habe, sind diese mir von Anfang immer wieder ins Auge gefallen. Ab und zu habe ich einige, die ich interessant fand, abfotografiert. Die Idee daraus einen Blog zu machen, kam mir vor ungefähr neun Monaten als ich mir einen Tumblraccount zugelegt habe.

Wie hat sich das Projekt dann entwickelt?

Mittlerweile hat es sich zu etwas mehr als einem persönlichen Projekt entwickelt. Wahrscheinlich, weil das Feedback bisher durchweg positiv war. Von den Tumblr-Messages, die ich bekomme, höre ich oft, dass »Posters of Berlin« das Gefühl transportiert, selbst durch die Straßen der Hauptstadt zu laufen. Das motiviert mich natürlich weiterzumachen.

Wer schreibt Ihnen da? Wer liest den Blog?

Der Blog spricht viele verschiedene Zielgruppen an: Berliner, für die es auch als eine Art Eventkalender dienen kann, Touristen, die hier Urlaubserinnerungen finden können, Streetart-Interessierte, und natürlich die visuell Kreativen, die sich hier inspirieren lassen können. Dazu funktioniert »Posters of Berlin« auch als eine Art kulturelles Archiv, das das Stadtleben ein Stück weit festhält.

 

 

 

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