Pinkeln erlaubt?

Kampagne für The Standard Hotels sorgt in den USA für Furore.




Erwin Wurm, genial abgründiger, steierischer Künstler ist bekannt für seine »One Minute Sculptures«, sein aufgepumptes »Fat Car«, für seine punktgenaue Ironie und dafür, die wunderbar absurdesten Situationen kreieren zu können – die intellektuell aufgeladen, nachhaltig irritieren.

So auch seine Serie von Arbeiten, die nach 9/11 entstanden sind und den Eingriff in die Privatsphäre und den privaten Raum verbildlichen sollen und die jetzt die hippe Luxus-Hotelkette The Standard in einer Werbekampagne nutzt.

Und die Empörung ist groß – zumindest in den USA. Denn auf den Bildern steckt nicht nur ein Mann den Kopf in den Ausschnitt einer Frau und spuckt eine in die Suppe der anderen, sondern in einem Motiv pinkelt eine Frau auf einen Teppich.

Die New York Times sah sich als »Familienzeitung« nicht in der Lage, die Anzeige abzudrucken noch sie in einem Artikel genauer zu beschreiben (Kriegsgreul natürlich schon jederzeit …), The Huffington Post staunt darüber – und in den Blogs hat man seinen Spaß, die Bildinhalte weiterzuspinnen, hat für die Kunst aber dennoch wenig Sinn.

Wir freuen uns, dass man die Arbeiten von Erwin Wurm mal wieder sehen kann, jenseits von Museum und Galerie, man herrlich irritiert ist, stutzt und abwägt, anstatt reflexartig in Bigotterie zu verfallen.

Hier noch zwei Motive:

via BuzzFeed


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