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Pentagram lässt für den Harbor Way Buchstaben schweben

Der Harbor Port in Boston ist in ein neues Stadtviertel verwandelt worden und das mit einem Leitsystem, das Pentagram New York entwarf, dabei auf Hafen, Historie und Wälder einging – und Eigensinn bewies.

Pentagram kennt sich aus mit besonderen Wegen. Die Agentur gestaltete unter anderem die Identity und das Leitsystem der visionären High Line in New York. Wie bei der Nicollet Mall in Minneapolis arbeiteten die Kreativen dabei eng mit den Landschaftsarchitekten James Corner Field Operations zusammen.

Ganz so wie auch jetzt wieder beim Harbor Way. Der bildet das Herzstück des Bostoner Hafenviertels, das in den letzten Jahren und mit einem Etat von satten 22 Milliarden Dollar zu einem neuen Stadtviertel umgebaut wurde.

Der Harbor Way ist eine fußgängerfreundliche Promenade und ein Park, der umgebeben von Restaurants, Geschäften und Plätzen ist, und an ihnen entlangführt.

Hafen und Wälder als Inspiration

Bei der Entwicklung der Identity und des Leitsystems mit seinen herrlich schwebenden und federleichten Buchstaben, ließ sich Pentagram vom Hafen selbst inspirieren, von der Geologie der Küste Neuendlands an der Boston liegt, von den Waldlandschaften, die es umgibt – und dem verwittertem Holz, das an die Holzstege dort erinnert, aber auch an Schiffsplanken.

Das feine und schlichte Logo des Harbor Way zitiert die Bäume der Region ebenso wie das Fischgrätmuster der Uferpromenade und auch den Verlauf des Harbor Ways selbst.

Angebracht sind Logo und Typografie auf pulverbeschichteten, mastartigen Wegweisern, die an Wetterfahnen, wie man sie aus Neuengland kennt, erinnern.

Zeitlos und eigensinnig

Auf den schwarzen Wegweisern mit ihren Pfeilen sind leuchtend weiße Buchstaben angebracht, die so zeitlos wie prägnant sind und umwerfend formschön.

Sie scheinen auf den Querstreben zu schweben und sind mit ihrem ausladenden R und dem wie gestapelt wirkenden B, mit dem genau richtigen Maß an Eigensinn versehen sind.

Auch in den Holzplanken sind Logo und Schriftzug eingelassen und das dann Silber.

Die Kreativen wollten, dass das Leitsystem wirkt, als sei es schon dagewesen bevor die Erschließung des Geländes überhaupt begonnen hat, heißt es. Und gleichzeitig versieht es das neue Viertel mit einer ganz eigenen Handschrift.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Leider sind sie nur von vorne gut lesbar. Da nützt es nichts, wenn der Rest „attraktiv“ ist. Es fehlt wieder einmal das „Zu-Ende-Denken und -Gestalten“. Ansonsten ziemlich gut und passend für das Umfeld gelöst.

  2. Attraktiv und gelungene Signage. Gut gemacht! Chapeau!

  3. Hm, solange sie vor dunklem Hintergrund und mit guter Sehkraft betrachtet werden, sind die Wegweiser durchaus attraktiv. Sollen sie aber als Leitsystem fungieren, sind sie schlicht unbrauchbar.
    Ich hätte gedacht, dass man in den USA inzwischen auch auf barrierefreie Gestaltung achtet. Das scheint nicht der Fall zu sein.

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