Offscreen – ein Blick hinter den Bildschirm

Im Magazin »Offscreen« möchte Kai Brach, selbst Webdesigner, die menschlichen Geschichten hinter Websites und Apps beleuchten. Warum und wie das im gedruckten Medium passiert, erläutert er im Interview.



Bild Offscreen Magazin

Im Magazin »Offscreen« möchte Kai Brach, selbst Webdesigner, die menschlichen Geschichten hinter Websites und Apps beleuchten. Warum und wie das im gedruckten Medium passiert, erläutert er im Interview.

Noch ist »Offscreen« ein Konzept. Das Magazin muss erst einmal finanziert werden bevor es in den Druck gehen und Realität werden kann. Dazu haben Kai Brach und Jess Murray auf Kickstarter dazu aufgerufen, ihr Projekt mit zu finanzieren. Ihre Idee: Ein Print-Magazin über Menschen aus der digitalen Welt – Webdesigner, Developer und Co. Auf rund 100 Seiten soll jede Ausgabe von »Offscreen« Profis aus dem Netz zu Papier bringen, raus aus der digitalen, hinein in die physische Welt.

Was genau er sich dabei gedacht hat und wie das Ganze aussehen soll, erklärt Kai Brach im Interview:

PAGE: Worum soll es bei »Offscreen« gehen?

Kai Brach: Offscreen ist ein handliches Magazin, das versucht, die Menschen und Geschichten hinter Websites, Apps und anderen digitalen Produkten vorzustellen. Jede Ausgabe hat im Kern mehrere Interviews mit Kreativen. Wir möchten mit ihnen über ihre Arbeit reden, aber auch darüber, was man nicht auf dem Bildschirm sieht: ihr Leben, ihre Hobbies und Gedanken. Ein Blick hinter die Kulissen sozusagen. 

Sie sagen bewusst: Es soll ein »physisches« Erlebnis sein, kein digitales. Was ist der Grund dafür? Standen bei dieser Entscheidung gestalterische Aspekte im Vordergrund oder hegen Sie als Webdesigner eine heimliche Liebe für Print?

Dass Verlage und Zeitungen immer digitaler werden (müssen), ist absehbar. Allerdings erleben gedruckte Indie-Magazine eine Renaissance. Das sind die Schallplatten im Verlagswesen. Menschen kaufen gedruckte Produkte aus unterschiedlichen Gründen. Viele mögen das physische Erlebnis – das Fühlen des Papiers, das Riechen des Drucks etc. Andere kaufen sich Zeitschriften, weil sie sie sammeln und sich nach dem Lesen gerne ins Regal stellen. Ich persönlich mag Zeitschriften, weil sie für mich eine Flucht aus der Kurzlebigkeit und Ablenkung der Digitalität sind. Außerdem handelt Offscreen, wie der Name schon sagt, davon, was außerhalb unseres Bildschirms geschieht. Das Druckformat erscheint da sinnvoll.

Denken Sie nicht, dass Sie mit einem digitalen Produkt eine größere Zielgruppe erreichen könnten? »Offscreen« ließe sich als App oder über Social Media verbreiten …

…und würde dann in der Masse untergehen. Offscreen möchte sich mehr Zeit für diese Interviews nehmen und das Ergebnis in einem Format präsentieren, für das die Leser eine gewisse Bereitschaft mitbringen, sich in Ruhe damit auseinander zu setzen.

Welche Webdesigner werden in Ausgabe 1 Thema sein?

Einige der Mitwirkenden von Ausgabe 1 findet man auf der Kickstarter-Seite. Wohlgemerkt: Es geht bei Offscreen nicht nur um Designer und das Web. Alles, was ein Interface hat und unseren digitalen Lebensstil definiert, ist interessant für uns. Das könnte ein Entwickler einer iPhone-App sein oder der Chef eines interessanten Start-ups.   

Was ist das Gestaltungskonzept von »Offscreen«?

Das Format ist ein kompaktes Sonderformat, kleiner als übliche Zeitschriften. Es soll in jede Laptop-Tasche und in jedes Regal passen. Jede Ausgabe soll zum Sammeln anregen. Das Innenleben wird stark von Typographie geleitet. Fotos sollen realistisch und wenig nachbearbeitet erscheinen. Die Menschen und deren Geschichten werden so dargestellt, wie sie sind. Mehr kann ich noch nicht verraten.

Wie soll »Offscreen« entstehen? Mit welchem Team arbeiten Sie an dem Magazin und wie genau produziert ihr es?

Wir sind derzeit zu zweit, ein Redakteur und ich als Herausgeber und Designer. Für viele der Inhalte und Interviews werden wir deshalb auf die Hilfe von Kontakten aus der Branche zurückgreifen, wie das eben bei Indie-Magazinen so ist. Da wir aber unabhängig sind, bleiben wir flexibel und können weiterhin mit dem Format experimentieren. Zuerst geht es mal darum, herauszufinden, wie viele Leser wir finden können, dann lässt sich längerfristig planen.

Wie hoch soll die erste Auflage sein und wie viel wird das Magazin kosten?

Wir haben zwar unterschiedliche Zahlen durchgerechnet, aber letztendlich werden wir über die endgültige Auflagenzahl dann entscheiden, wenn wir in den Druck gehen. Das definiert den Preis.
Es hängt unter anderem auch von der Zahl der Interessensbekundungen ab, die wir bis dahin über Kickstarter, Twitter & Co bekommen. Dies gilt übrigens auch für den Fall, dass wir die Finanzierung über Kickstarter nicht erfolgreich abschließen. Wenn wir denken, dass das Interesse groß genug ist, werden wir dennoch eine erste Ausgabe produzieren. Das oben beschriebene »physische Erlebnis« lässt sich eben schwer übers Netz verkaufen.


Mehr zum Thema Editorial Design und neue Magazine finden Sie hier.


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