Museum für Gestaltung Zürich: Make-up – Design der Oberfläche

Auf Hochglanz poliert, lackiert, verchromt, zerknautscht oder zum Leuchten gebracht: Das Museum für Gestaltung in Zürich feiert die Oberfläche – und zeigt, dass sie alles andere als oberflächlich sein kann.



Auf Hochglanz poliert, lackiert, verchromt, zerknautscht oder zum Leuchten gebracht: Das Museum für Gestaltung in Zürich feiert die Oberfläche – und zeigt, dass sie alles andere als oberflächlich sein kann.

Denn die Oberfläche der Dinge zielt zwar auf die Augen, heischt um Aufmerksamkeit, drängelt sich in den Vordergrund, ist dabei aber nicht nur Rampensau. Dass sie bei ihrem Posing durchaus auch Inhalt transportieren kann, verdeutlichen die 200 Objekte, die Kuratorin Renate Menzi aus der Sammlung des Museums für Gestaltung zusammengetragen hat – darunter einige Klassiker und viel aktuelles Design.

Während der hochglänzende Panton Chair von 1960 edler und präsenter als seine matte Neuauflage von 1999 scheint, spielen andere Lackierungen mit Lichtreflexen, hüllt das »Frottee Super Deo Spray« von 1978 sich in eine kuschelweiche Bademantelhülle oder verwandelt eine bunt bedruckte Strumpfhose von Stéphanie Baechler das Bein in ein geometrisches Bild. Der »Schubladenstock itbox« (1998) hingegen lässt eloxiertes Alumium reflektieren während der Reiseplattenspieler Thorens Exeida beireits 1925 mit aufgepinseltem Reisslack das nackte Metall zu einer angenehmen Hülle werden lässt.

Die Oberfläche will verführen – und die Schau zeigt, wie Designer ihr dafür das perfekte »Make-up« auflegen. Das verwandelt sich in Camouflage, wenn eine schnöde Computermaus plötzlich wie aus Holz geschnitzt wirkt oder das Wassereis »Rakete« von 1969 mit seiner frostigen Oberfläche kurz vor dem Start ins All zu seien scheint.

Die Ausstellung verwandelt das Make-up des Design auf verschiedenen Ebenen, visuel, haptisch, spielerisch – und ganz analog. Und dabei kann gefühlt, geschaut – und gestaunt werden.

bis 2. Januar 2011

Foto oben: Michael Leis, 2006 © Michael Leis

Rakete, Eis am Stiel, 1969, Frisco-Findus AG, ©ZHdK

Frottee Super Deo Spray, Dose ca. 1978, Schwarzkopf Professional, © ZHdK

Oskar Zieta, Plopp, Hocker 2007, Edelstahl, © ZHdK

Allessandro Mendini, Cafeteria banale, Espressokrug-Remake, 1980, © ZHdK

Alfredo Häberli, Gordon, Detail Armsessel, 2001, © ZHdK


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