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Für die Freiheit: Das ukrainische Indie-Mag Solomiya

Solomiya ist ein bemerkenswertes Magazin junger Künstler:innen aus der Ukraine. In Kiew von dem 26-jährigen Ostkreuz-Fotograf Sebastian Wells mitinitiiert, wurde es vom Kollektiv Scrollan aus Berlin gestaltet.

In einem Leben im Ausnahmezustand haben junge ukrainische Künstler:innen etwas Besonderes geschaffen. Das Magazin Solomiya, entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Kiew und Berlin – und mit dem Anspruch zu zeigen, was es zu verteidigen gibt:

»Das freie Leben der jungen Ukrainer:innen und ihre Kunst«

Als der Angriffskrieg auf die Ukraine begann, fiel es dem jungen Ostkreuz-Fotograf Sebastian Wells schwer, tatenlos zu bleiben. Wenig später dann reiste er in die Ukraine und wollte ursprünglich in Charkiv fotografieren. Dann aber lernte er in Kiew den Fotografen Vsevolod Kazarin kennen und gemeinsam entstand die Idee zu Solomiya.

Ganz nah dran

Die beiden fotografierten junge Leute in Kiew. Auf den ersten Blick könnten diese auch in Berlin unterwegs sein, zu Freunden, zu Partys, in die Uni. Doch nicht nur in der Stadt um sie herum, sondern auch in ihnen selbst hat der Krieg deutliche Spuren hinterlassen.

»Wir jungen Ukrainer haben ein Taubheitsgefühl entwickelt, eine Art Schutzpanzer für die permanent eintreffenden schrecklichen Neuigkeiten aus dem Osten des Landes«, beschreibt Vsevolod Kazarin die Situation.

32 Porträts entstanden, die in dem Magazin ebenso zu finden sind wie Interviews, Essays oder Berichte von jungen Überlebenden in Butscha.

Es sind besondere Einblicke, die ganz nah dran sind, an dem Krieg, aber auch an den jungen Menschen dort. Die aus dem Inneren heraus erzählen, junge Frauen zeigen, die auf Panzersperren posieren oder sich an eine russische Rakete lehnen, die nicht explodiert ist und jetzt wie eine Säule im Bürgersteig steckt.

In die Welt hinaus

Immer mehr junge Künstler steuerten Arbeiten bei, Andrii Ushytskyi kümmerte sich um die redaktionellen Inhalte, die Berliner Akademie der Künste unterstützte das Projekt und Anne-Lene Proff und Peter Bünnagel vom Designstudio Kollektiv Scrollan übernahmen die Gestaltung.

Solomiya heißt Frieden und ihr Leitgedanke bei der Arbeit am Magazin, der auch auf dem eindrücklichen Cover zu finden ist, was »war but art«, sagen die Macher.

Zum Launch wurde Solomiya beim Fotofestival Rencontres d’Arles in Frankreich vorgestellt. Jetzt ist es erhältlich. Für 16 Euro, bei ausgewählten Zeitschriftenhändlern in Belgien, Deutschland, Frankreich, Polen und der Ukraine und online auf der Solomiya Website.

Bei Pinguin Druck in Berlin wurden in erster Auflage 1.500 Exemplare gedruckt.

Die beiden Fotografen und Herausgeber von Solomiya, Sebastian Wells (l.) und Vsevolod Kazarin (r.)
Porträt-Serie »32 Young People in Kyiv, Ukraine« von Sebastian Wells und Vsevolod Kazarin: Lena lehnt an einer nicht explodierten russischen Rakete.
Serie »32 Young People in Kyiv, Ukraine«
Sonya Marians Illustration aus der Serie »Realities« basiert auf einem sowjetischen Gemälde aus den dreissiger Jahren.
Zwei junge Menschen aus Bucha, Christina und Artem, protokollieren ihre Erlebnisse während der russischen Besetzung.
Mykola Ridnyis Serie »The Blind Spot« verarbeitet Aufnahmen aus dem Krieg im Donbas zu Bildern, deren wesentliche Information nicht sichtbar ist.
Interview mit der Künstlerin Christina Ertuk über ihr Leben im polnischen Exil und ihre Arbeit »33 Letters for Ukraine«
Cover des Magazins Solomiya mit einem Siebdruck des ukrainischen Künstlers Sasha Kurmaz aus der Serie »Living With the Fear of Being Harmed by Other Humans«, 2020–2021

 

 

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