Re-designing the East: Eine Ausstellung zeigt, wie politisch Design sein kann

Wie haben die radikalen politischen Veränderungen der letzten 20 Jahre das Design verändert? Und wie hat das Design an den politischen Veränderungen mitgewirkt? Auf diese spannende Frage gibt der  Württembergische Kunstverein in der Ausstellung »Re-designing the East» genauso spannende Antworten.



Wie haben die radikalen politischen Veränderungen der letzten 20 Jahre das Design verändert? Und wie hat das Design an den politischen Veränderungen mitgewirkt? Auf diese spannende Frage gibt der  Württembergische Kunstverein in der Ausstellung »Re-designing the East» genauso spannende Antworten.

Unauslöschlich mit der Solidarność-Bewegung, die in den 80ern in Polen die politische Wende einläutete, ist das Schrift-Logo von Jerzy Janiszewski verbunden – leuchtend rot, kämpferisch, stark und mit wehender Fahne. Längst hat es sich bewiesen und ist heute eine Ikone. Das indische Netzwerk Design & People hingegen experimentiert noch, wie es Design für eine bessere Welt einsetzen kann, hat sich dem »Copyleft« verschrieben und stellt sein Know-How humanitären Projekten zu Verfügung. Design & People hat Kampagnen für die Free-Tibet-Bewegung entworfen, für die Free-Software-Bewegung, für Organisationen, die krebskranke Kinder unterstützen, für Kriegsopfer und Armenhäuser. Die südkoreanische Gruppe Activism of Graphic Imagination (A.G.I.) hingegen kämpft mit radikalen Motiven gegen die Turbo-Ökonomisierung in ihrem Land, zeigt in der Serie »To die or to be pretty« Opfer von Bauprojekten und prangert die repressive Politik des Landes an.

Aufgefächert in sechs Abteilungen geht die Ausstellung der Frage nach, wie und ob Design die Welt verändern kann – von Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei in den 80er und 90er Jahren bis ins heutige Indien, nach Südkorea und Thailand. Historische Positionen treffen dabei auf zeitgenössisches Design, erprobte Konzepte auf aktuelle Experimente.

Die Schau ist in Kooperation mit der Trafó Gallery in Budapest und dem Wyspa Institute of Art in Danzig entstanden und bietet einen spannenden Überblick, der die unterschiedlichsten Perspektiven und Positionen repräsentiert, von dem tcheschischen Designer Joska Skalník, der aktiv an der Samtenen Revolution beteiligt war, heute jedoch verdächtigt wird, für den Geheimdienst der ČSSR gespitzelt zu haben bis zu dem thailändischen Designer Pracha Suveeranont, der mit seiner Arbeit immer wieder gegen die neue thailändische Verfassung protestiert.

Bild oben: Pracha Suveeranont, Next Move for Thailand, 2007 Cover-Design für die Zeitschrift / for the Journal Fa Diew Kan (Same Sky), Vol 5 issue 2, Oktober/Dezember, 2007


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