Wie rebranded man eine Ikone wie das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung? Das Designstudio Neue Gestaltung zeigt, wie das geht: Die Kreativen holen es ins Hier und Jetzt und öffnen es für unendliche Möglichkeiten.
PROJEKT Neues Erscheinungsbild für das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung || Bild: Marcus Ebener
Seit sieben Jahren ist nicht mehr viel vom Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung zu sehen. Das Wahrzeichen mit seinen ikonischen Shed-Dächern, die Walter Gropius dem Archiv einst aufsetzte, steht seit 1979 leuchtend weiß und vom Verkehr umtost am Berliner Landwehrkanal. Doch es war in die Jahre gekommen, musste dringend saniert und erweitert werden. 2027 wird es nun endlich wieder öffnen. Und das mit einem Neubau von Staab Architekten – und einem Erscheinungsbild von Neue Gestaltung.
PROJEKT: Neues Erscheinungsbild für das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
KUNDE: Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
AGENTUR: Neue Gestaltung
TOOLS: Adobe Cloud, Indesign, Photoshop, Illustrator, After Effects, Figma
ZEITRAUM: Seit Oktober 2023
Ende 2023 hatte das Berliner Designstudio die öffentliche Ausschreibung, zu der europäische, britische und amerikanische Agenturen eingeladen waren, für sich entschieden. Und war überrascht. Nicht nur, weil man sich sicher war, dass ein solcher Auftrag im internationalen Kontext vergeben würde, sondern auch, weil der Entwurf des Studios das Bauhaus-Archiv neu ausrichten sollte und dafür plädiert, es nicht länger als etwas Rückwärtsgewandtes, Historisches und Angeschlossenes zu präsentieren, sondern in die Zukunft zu schauen.
Natürlich sei der Begriff Archiv richtig, sagt Pit Stenkhoff, Mitgründer und Kreativdirektor von Neue Gestaltung. Schließlich beherbergt das Haus die weltweit größte Sammlung zum Bauhaus. Gleichzeitig höre sich Archiv aber sehr nach »Treppe runter und ab in den Keller« an. So gar nicht zeitgemäß. Das gilt auch für das Museale, das im Namen mitweht und gegen das Walter Gropius sich zeitlebens verwehrt hatte. Gleich doppelt hätte das Bauhaus so Staub angesetzt, müsse weitergedacht werden – und sich neu erfinden.