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BBDO für Terre des Femmes: #keingeburtstagfür218

Die Kreativagentur BBDO Berlin hat für Terre des Femmes eine Kampagne entwickelt. Im Zentrum: Die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und ein buntes Uterus-Visual von Paula Jiménez.

Ende 2020 wurden in Polen Schwangerschaftsabbrüche de facto verboten, im September 2021, hat der texanische Supreme Court beschlossen, nur noch Abbrüche vor der sechsten Schwangerschaftswoche zu erlauben und damit einen legalen Abbruch quasi unmöglich gemacht.

Diesen erschreckenden Entwicklungen tritt die in Hamburg gegründete Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes jetzt mit einer großangelegten Awareness-Kampagne und umfassenden Informationen entgegen, entwickelt von der Kreativagentur BBDO Berlin.

Denn in Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche zwar möglich, laut Paragraf 218 StGB aber nach wie vor grundsätzlich strafbar. Seit Jahrzehnten wird gegen das Gesetz protestiert, das jetzt schon seinen 150. Geburtstag feiert.

Dass das kein Grund zur Freude ist und vor allem auch nicht der Meinung der Bevölkerung entspricht, zeigt #keingeburtstagfür218.

Aufklärung und Information

In einer aktuellen, repräsentativen Umfrage sprechen sich 64% der Befragten für eine Abschaffung des §218 StGB aus. Gleichzeitig zeigte die Studie, dass gut 40 Prozent der Befragten nicht einmal wussten, dass Abbrüche grundsätzlich strafbar sind.

Sie wollen »Aufklären. Aufmerksamkeit schaffen. Spürbaren öffentlichen Druck aufbauen, gerade vor der Bundestagswahl«, sagt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes e.V. »Und damit einen weiteren Geburtstag von §218 StGB verhindern.«

Es sei eine Schande,  dass in Deutschland ein Paragraf aus der Kaiserzeit über das Selbstbestimmungsrecht von Frauen gestellt wird, kritisiert sie.

Prominente und Facefilter

Prominente wie Ruth Moschner unterstützen die Kampagne. »Das Recht auf Selbstbestimmung ist essentiell und darf nicht strafbar bleiben,«, sagt die Fernsehmoderatorin. »Nur so können ausreichende Aufklärungsarbeit betrieben und überstürztes Handeln mit womöglich gesundheitlichen Folgen verhindert werden.«

Und die Kampagne lädt alle ein, teilzunehmen, zum Bespiel mit einem Instagram-Facefilter Position zu beziehen, der eine »Kein Geburtstag Karte« zeigt, die aus bunten Uteri der Künstlerin Paula Jiménez besteht.

Gleichzeitig bietet die Website keingeburtstagfür218.de Informationen zur aktuellen Gesetzeslage, Daten und Fakten. Darüber hinaus begleiten Plakate und Out-of-Home-Flächen in Berlin die Kampagne.

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