»Boxhorn No 25: Wahnsinn« – ein Interview

Die neue Ausgabe von »Boxhorn«, dem Magazin aus dem Fachbereich Gestaltung der FH Aachen, ist erschienen. Das Thema: »Wahnsinn«.



»Boxhorn« ist das wohl älteste regelmäßig erscheinende Hochschulmagazin Deutschlands: Die erste Ausgabe entstand 1998 als Diplomarbeit zweier Studentinnen, seit 1999 erscheinen jedes Jahr zwei Hefte. Jetzt ist Ausgabe 25 erschienen, die sich dem Thema »Wahnsinn« widmet. Ähnlich wie bei Ausgabe 22 (»Über Zeitreisen«, siehe PAGE-Interview) erzählt das Heft eine fiktive Geschichte, zeigt in deren Rahmen Fotografien und Illustrationen von Studenten und unterhält den Leser mit einer amüsanten wie absurden Erzählung statt mit designtheorerischen Diskursen und Essays.

Die Story: »Peter Wöhrle – Redaktionsmitglied der niemals zustande gekommenen Boxhorn #7 – war 2001 spurlos verschwunden. Wir trafen ihn jedoch im Zuge einer Boxhorn-Jubiläumsrecherche, zehn Jahre später hier, in der Nervenheilanstalt Seelenfrieden, ein letztes Mal an«. Das Magazin ist eine Sammlung von Tagebuch-Aufzeichnungen, mitunter verstörenden Fotos und Illustratioenen sowie Interviews mit den Alter Egos des Designstudenten (u.a. glaubt er, Eike König zu sein). Redaktionsmitglied Fabian Nawrath bringt in diesem Kontext auch seine Erfahrungen von einer Fahrradtour quer durch Afrika in Wort und Bild unter. Das Heft kostet 5 Euro und kann hier bestellt werden.

Wir sprachen mit der Redaktion (Fabian Nawrath, Maximilian Quandel, Ellen Herbst) über die Herausforderung, ein Hochschulmagazin zu entwickeln und zu produzieren.

PAGE: »Boxhorn« ist eines der ältesten Hochschulmagazine Deutschlands. Was ist das Erfolgsgeheimnis?


Jedes Semester fndet sich eine neue Redaktion zusammen. Es gibt kein festes Konzept oder Rezept. »Boxhorn« ist lediglich eine Klammer.Was dabei nach einem Semester heraus kommt, ist vorerst ungewiss. Das Spannende daran ist der Prozess, der Sachen hervorbringt, die eine Aufgabenstellung am Anfang gar nicht hätte forumlieren können.

Was bedeutet die Produktion eines Hochschulmagazins für die Studenten?


Stress! Aber man lernt sehr viel über Gestaltung. Besonders dann, wenn man keinen Dummy produziert, sondern ein Heft mit einer gewissen Auflage. Man erlebt alle Teilaufgaben und arbeitsschritte, wie zum Beispiel Finanzierung, Drucklegung, Vertrieb.

Wie finanziert sich »Boxhorn«?


»Boxhorn« finanziert sich grundsätzlich selbst durch Magazin Verkäufe, Partys und kleine Events. Dies reicht jedoch nicht komplett aus und ein Teil des Budgets wird von der Hochschule zur Verfügung gestellt. Für Werbung ist die Auflage leider zu klein.

Einige von euch haben schon an Ausgabe 23 mitgearbeitet. Wieso macht ihr das nochmal?

Es ist toll, in einem Team vollkommen eingenverantwortlich zu arbeiten. Man gibt sich permanent Feedback und entwickelt gemeinsam Ideen oder bringt die des Einzelnen gemeinsam weiter. Oft entsteht dann Etwas, das sonst keinen Platz im Hochschulalltag oder in der Berufswelt hätte. Sich im Team durchsetzen zu müssen und der Umgang mit Kritik, Kollegen, deren Potential und Schwächen hat jedoch starke Berufsnähe. Das sind vermutlich die wichtigsten Kompetenzen eines Designers.

Wieso zeigt ihr in »Boxhorn« keine Studentenarbeiten in einer Werkschau?


Wir machen ein Magazin aus dem Fachbereich, nicht darüber. Das ist in der Historie des Hefts begründet. Man kann ja nicht immer über sich selbst reden. Sonst ist man thematisch zu sehr festgelegt. Meistens hat man doch mehr zu sagen.


Mehr spannende Hochschulmagazine stellen wir in PAGE 04.2012 vor, die am 7. März erscheint.


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