Forschende in der Schweiz entwickeln AR-Toolkit zur Stadtplanung, das urbane Umgebungsgeräusche simuliert
Spatial-Design-Studierende der HSLU nutzten AR bei einem Lehrmodul zur Aufwertung der Rösslimatte zum Quartierszentrum. In Zweiergruppen entwickelten sie gestalterische Konzepte, die sie vor Ort präsentierten
Hochschule Luzern (HSLU). Mithilfe von Augmented Reality können Luzerner Bürger:innen an der Stadt- und Gemeindeplanung partizipieren und dabei künftig nicht nur sehen, was entwickelt wird, sondern auch hören. Dazu lotet ein interdisziplinäres Kernteam aus fünf Forschenden gemeinsam mit der Stadt Luzern, dem Stadtplanungsbüro plan:team und dem Lärmschutzspezialisten Sinus AG neuerdings das Potenzial akustischer Simulation in der Raumplanung aus.
Projektleiter Tobias Matter von der HSLU erläutert das im Rahmen des staatlichen Innovationsprogramms Innosuisse geförderte Konzept: »AR-Visualisierungen machen abstrakte Baupläne nachvollziehbar, weil Betrachter:innen die digitalen Gebäude vor sich sehen und um sie herumgehen können.« Sein Team begleitet mehrere Bauprojekte in AR, wie eine neue Fuß- und Radwegbrücke über die Reuss oder die Aufwertung der Bahnhofsstrasse.
AR-Toolkit wird erweitert
Auf Basis von verschiedenen planerischen und partizipativen AR-Vorprojekten und echten Praxisbeispielen entwickeln Forschende der HSLU in Zusammenarbeit mit den drei Projektpartnern in Unity nun ein modulares AR-Toolkit mit interaktiven Formaten wie etwa modifizierbaren 3D-Modellen, Umfragen und geolokalisierten Sprachfeedbacks. Die Erkenntnisse aus dem Projekt bündeln sie in einem methodischen Leitfaden.
Das AR-Toolkit wollen sie auch um räumliche akustische Elemente erweitern. Um so zum Beispiel zu vermitteln, wie sich eine geplante Lärmschutzmauer tatsächlich auswirkt, und um insgesamt für einen immersiveren Eindruck zu sorgen. »Falls uns die angedachte Umsetzung von Spatial Audio gelingt, wären wir meines Wissens weltweit das erste Forschungsteam, das in der Raumplanung via AR die akustische mit der visuellen Ebene verbindet«, so Matter.
Hier testen die Forscher zusammen mit der Sinus AG einen ersten Audio-AR-Prototyp, mit dem die Geräuschkulisse erlebbar wird und sich verändern lässtInterface des Co-Design-Tools, das die HSLU zusammen mit plan:team entwickelte. Damit lassen sich im Multiplayer-Modus 3D-Modelle im Raum platzieren
Die Aufwertung der Luzerner Bahnhofstrasse konnte man bei geführten Präsentationen mit der Stadt Luzern und der HSLU in AR bereits 2021 erleben
Tobias Matter (Konzeption und AR-Entwicklung) leitet das Kernteam aus Christian Schnellmann (Programmierung und Game Design), Christoph Schneider (Prozessgestaltung und Programmierung), Dario Lanfranconi (Architektur und 3D-Modellierung) und der Sozialwissenschaftlerin Stefanie Müller, die Input zu partizipativen Prozessen gibt
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