31_121_Gradwanderung Shanghai

Für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin besuchten Lunia D’Ambrosio und Roxanne Zeiher Locations in Shanghai, die einen unmittelbaren Bezug zu Deutschland haben. Das Ergebnis der Reise ist ein Reiseführer der besonderen Art.



Universität der Künste Berlin. Für viele Deutsche ist Shanghai ein weit entfernter, fremder und exoti­scher Ort. Dabei gibt es in der chinesischen Metropole eine ganze Reihe von Locations, die einen unmittelbaren Bezug zu Deutschland haben. Diese in einer neu­en Art Reiseführer zusammenzustellen, war die Aufgabe, die sich Lunia D’Ambrosio und Roxanne Zeiher für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Visuelle Kommunikation vornahmen. Als Vorbereitung belegten die beiden ein halbes Jahr einen Chinesischkurs und verbrachten dann zwanzig Tage in Shanghai. Dort dokumentierten sie akri­bisch ihre Sinneseindrücke und trugen schließlich 21 Orte zusammen, die auf sehr unterschiedliche Weise Brü­­cken zur deutschen Kultur und Geschichte in Shang­hai schlagen. Da ist zum Beispiel die Bäckerei Brotzeit von Youmei Zhao, die als Au-pair-Mädchen in München war, das Zimmer 304 im Hotel Astor, in dem Albert Einstein einst übernachtete, oder auch das jüdi­sche Ghetto, das die japanischen Besatzer Shanghais 1943 auf Druck Deutschlands errichteten.

Für jeden dieser Orte gestalteten Lunia D’Ambrosio und Roxanne Zeiher ein eigenes Booklet, zweisprachig chinesisch-deutsch, rückstichgeheftet – und individuell gestaltet, um die jeweilige Eigenart darzustellen. An­statt die Locations beim Namen zu nennen, druckten sie deren Koordinaten aufs Cover. So wird der spielerische Charakter beibehalten und eine Rangfolge vermieden. Die Designerinnen arbeiteten mit Grafiken, Fotos, handgefertigten Collagen, Mustern, 3D-Modellie­rungen, Skizzen und Tuschezeichnungen. Außerdem setzten sie Veredelungen wie Siebdruck, Lasercut, Folienprägung oder Sprühtechnik ein. Damit nicht genug, entwickelten sie eine begleitende App als Navigationshilfe, die zudem multimediale Zusatzinformationen zur Verfügung stellt.

Klar, dass der Titel der Arbeit die Koordinaten von Shanghai aufgreift: »31_121_Gradwanderung Shanghai«. Das inhaltlich starke und gestalterisch experimentierfreudige Projekt der Bachelorabsolventinnen entstand in Kooperation mit dem deut­schen Generalkonsulat in Shanghai, das jetzt über eine Realisierung nachdenkt. Nicht lange überlegen, machen!


Lunia D’Ambrosio (links) und Roxanne Zeiher waren froh über die Unterstützung ihres Betreuers Roman Wilhelm, der fließend Chinesisch spricht und schreibt

 


 

 


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