Umwerfend gestaltetes kulinarisches Kartenspiel

Silja Goetz, die für New York Times und Vogue illustriert, hat ein Kartenspiel gestaltet, das die Köstlichkeiten der spanischen Küche feiert, die Frauen und den Frieden.



Silja Goetz ist eine deutsche Illustratorin, die in Madrid lebt, sehr erfolgreich für Magazine wie die Vogue arbeitet – und jetzt ein besonderes Projekt veröffentlicht hat.

Am Istituto Europeo di Design Madrid, der spanischen Schule für Design und Mode, hat sie zum 150-jährigem Jubiläum des Kartenherstellers Heraclio Fournier/ Vitoria 2020 ein Projekt betreut, bei dem dessen klassische Spielkarten mit Goldmünzen, Keulen, Schwertern und Kelchen neu interpretiert werden sollten.

Während die Studierenden daran arbeiteten, bekam Silja Goetz selber Lust, ein Kartendeck zu entwickeln. Da sie selber gerne kocht, Essen und dessen Präsentation in Spanien eine große Rolle spielt, fand sie schnell ihr kulinarisches Thema.

Modernes Update klassischer Motive

Wichtig war ihr, die Hälfte der reinen Männertruppe des Originals mit Frauen zu ersetzen und auch darüber hinaus deutete sie traditionelle Symbole um.

Die Goldmünzen verwandelte sie in Orangen (obwohl sie eine Weile auch mit der Kartoffeltortilla geliebäugelt hat), die Keulen in Schinken, die kriegerischen Schwerter wurden zu Sardinen und anderen Fischen und die Kelche mit spanischen Weinen wie Vino de Jeréz und Ribera del Duero gefüllt.

Und auch die Royalen überarbeitete sie so zeitgemäß wie kulinarisch: Die Königinnen wurden die Marquesa de Parabere (1877-1949), Kochbuchautorin und Restaurantchefin, und Simone Ortega (1919-2008), Autorin des meistverkauften spanischen Kochbuchs.

Die Könige zu Abu l-Hasan (789–857), Multitalent und Verfeiner des guten Geschmacks am Hof von Cordoba und, als Vertreter der Moderne, Ferrán Adriá, berühmt geworden durch seine Molekularküche und sein Restaurant elBulli.

Gestalterische Herausforderungen

Fasziniert an der Aufgabe haben Silja Goetz aber auch die verschiedenen Farb- und Symbolgruppen eines Kartenspiels, die farblich klar unterscheidbar sein müssen, gleichzeitig aber in vier verschiedene Gruppen unterteilt werden und auch in unterschiedliche Ränge. Auch die vier Asse, Bauern etc. müssen einen Gruppe bilden.

Gleichzeitig war ihr wichtig, dass das Kartendeck nicht nur ein Sammlerobjekt ist, sondern auch als Spiel gut zu handhaben.

Deshalb sind die Rückenmuster sehr klassisch. Aber nicht ohne ein augenzwinkerndes Detail: Sie hat darin abstrahierte dreieckige Käsescheiben versteckt, die so typisch für Spanien sind.

Vom freien Projekt zum Auftrag

Ihr Liebhaberprojekt, das sie aus reinem Spaß an der Sache begann, hat Silja Goetz schließlich Fournier gezeigt – und sie haben das Design gekauft.

Der Drucktermin steht noch nicht fest, gerade arbeitet die Illustratorin am Packaging.

Und wir können es nicht abwarten, mit diesen Karten zu spielen und dabei deren Design zu genießen – und die hintergründigen visuellen, kulinarischen und historischen Details.


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