Die ersten Farbdrucke

Wir gehen unter in gedruckten bunten Bildern. Im Zeitalter der Chromolithografien war die Faszination für farbige Drucke noch ganz frisch und ungebrochen



Wir gehen unter in gedruckten bunten Bildern. Im Zeitalter der Chromolithografien war die Faszination für farbige Drucke noch ganz frisch und ungebrochen. 

Eigentlich finden wir es ein wenig fies, der Ausstellung, die vom 11. Januar bis 17. März im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe läuft, den Namen »Als Kitsch noch Kunst war« zu geben. Denn sind die rund 200 Farbendrucke, die man dort besichtigen kann, tatsächlich alle kitschig? Mitte des 19. Jahrhunderts jedenfalls war die Wahrnehmung eine ganz andere. Erstmals gab es damals nicht nur von Hand gemalte oder kolorierte Bilder, sondern die neue Technik der Chromolithografie erlaubte es, farbige Drucke in großen Stückzahlen zu drucken und sie so auch jenen Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, die bislang mehr oder minder bilderlos gelebt hatten. Eine Umwälzung, die wohl ungefähr so weitreichende Folgen hatte, wie die digitale Revolution, die wir heute erleben. 

Der zugegebenermaßen recht statuenhafte Athlet auf dem Bild oben ist wohl kaum kitschiger als weite Teile aktueller Werbung – aber in der von der Chromolithografie ausgelösten Farbeuphorie hängte man sich sowas damals an die Wand. Übrigens schon zu jener Zeit zum Entsetzen der Verteidiger »echter« Kunst. Zur Ausstellung erscheint der vom MKG herausgegebene Katalog »Als Kitsch noch Kunst war. Farbendruck im 19. Jahrhundert« im Deutschen Kunstverlag (ca. 128 Seiten mit ca. 200 farbigen Abbildungen, 24 × 28 cm, 24,90 Euro). Bestellen lässt er sich unter anderem in der Buchhandlung Walther König


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