PAGE online

Das sind die Red Dot Gewinner »Brands & Communication Design«

Am Freitag wurden im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt die Red Dot Gewinner:innen in der Sparte »Brands & Communication Design« ausgezeichnet. Agency of the Year wurde Elastique, darüber hinaus waren einige unser Lieblingsprojekte dabei – und der Nachwuchs beeindruckte.

Agency of the Year 2026: Elastique, © Red Dot.

»Black Tie Creative« hieß der Dresscode für die Verleihung der Red Dot Awards in der Sparte »Brands & Communication Design« am Freitag im hochherrschaftlichen Konzerthaus in Berlin.

Es gab manche, die kamen in Frack und Zylinder, andere trugen Knickerbocker, Japaner:innen kamen im Kimono, ab und zu glitzerte es und dazu sah man jede Menge Kreativ-Schwarz – das zog sich durch alle Nationen. Und da kamen einige zusammen.

Kreative, Agenturen und Marken aus 38 Ländern waren im Wettbewerb vertreten und das reichte von Australien über Kasachstan, Brasilien, China und Japan nach Schweden, Thailand und der Ukraine.

Die Agency of the Year 2026 war bereits im Vorfeld bekannt: die umwerfende Kreativagentur Elastique aus Köln, bekannt für ihren multimedialen und experimentellen Ansatz. Egal wie groß und renommiert der Kunde ist. Und davon gibt es viele in ihrem Portfolio.

Im Laufe der Preisverleihung wurde Elastique bereits mit einem Red Dot: Grand Prix ausgezeichnet, von denen insgesamt fünf vergeben wurden. Und das für ihre Arbeit für KUKA, einem Maschinenbau- und Automatisierungsunternehmen aus Augsburg für dessen Customer Experience Center sie die KUKA TWINBOTS entwickelt haben.

Dabei treffen robotische Bewegungen auf menschliche Kreativität, auf David und Kevin, eineiige Zwillinge, Streetdancer und Junior Digital Artists bei Elastique, deren Bewegungsdaten auf die Roboter übertragen werden und Einfluss auf die Technologie nehmen.

Elastique: KUKA TWINBOTS © Red Dot.

Minimalismus & Gold

Die anderen vier Red Dot: Grand Prix gingen an folgende Arbeiten und Agenturen:

An RUTA – On Foot Tours, einer Reiseagentur, die auf Wandern und Trekking spezialisiert ist und deren dynamisches Design, das Landschaft und Berge thematisiert, von Fabula aus Kroatien stammt.

An Jewel, die Limited Edition des italienischen Weinguts Tenuta Ulisse, die Inhouse entstand und deren Flaschendesign mit einer starken Taille und einem goldfarbenen Armband versehen ist, das sich abmachen und tragen lässt.

The Biography of Hua Wenyi, einer Kunqu-Operdarstellerin, gestaltet an der Ningbo University in China, zitiert in ihrer Gestaltung eindrucksvoll reduziert die Bühne selbst und vor allem den Vorhang, der sich als zentrales Element durch das gesamte Editorial Design zieht.

Darüber hinaus gewann das Website-Design der schwedischen Elektroauto-Marke Polestar 5, das Inhouse entstand und den Minimalismus, der die Marke ausmacht, konsequent aufnimmt und mit großen Bildern und atmosphärischer Beleuchtung begleitet.

Claudia Fischer-Appelt und Lars Kreyenhagen (M.) von Karl Anders nehmen den Preis für die FC Sans Pauli entgegen © Red Dot.

Spannende Best of the Best

Vor allem auch unter den Red Dot: Best of the Best-Preisträgern fanden sich tolle Projekte. Allen voran die Hausschrift FC Sans Pauli, die das Hamburger Contemporary Branding Studio Karl Anders für den FC St. Pauli gezeichnet hat: mit stolzem Linksdrall, 13 Stilen, weltoffenen Glyphen und jeder Menge Haltung. Und dazu ist sie so inklusiv wie der Verein selbst.

Beeindruckend auch der Relaunch der Markenidentität der Ultra Rare Sarcoma e.V., mit dem Serviceplan eine Krankheit sichtbar macht, über die kaum jemand spricht: seltene bösartige Tumore, die im Binde-, Stütz- oder Muskelgewebe entstehen und zu den am wenigsten erforschten Krebsarten weltweit gehören.

Oder die Identity, die von der Berliner Designagentur Heine/Lenz/Ziska für das Stadtmuseum Oldenburg entwickelt wurde, die vom Sehen erzählt und dabei Augen in den Mittelpunkt stellt, die unzählige mitreißende und willkommen heißende Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen.

© Red Dot.

Kreativer Nachwuchs

Besonders haben auch die Red Dot: Junior Prize-Sieger beeindruckt.

Allen voran NO TAKE, ein Sicherheitskonzept für Medikamente, das Studierende der Dongseo Universität in Südkorea für Tynol entwickelt haben, ein Medikament, das weltweit am häufigsten in Haushalten zu finden ist.

Da es, ganz so wie alle anderen Medikamente, auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums völlig unbedenklich aussieht, ist das Etikett von Tylenol mit einer besonderen Tinte hergestellt, die sich nach dem Öffnen nach und nach verändert und, wenn das Ablaufdatum erreicht ist, die Aufschrift »NO TAKE« anzeigt.

Ebenfalls an der Dongseo University in Busan entstand das App-Konzept McDonalds Fake Meal. In der so beliebten App ist unter dem Button Fake Meal ein diskreter Notruf versteckt, der Personen in Gefahr, die nicht telefonieren oder nach Hilfe rufen können, direkt mit einer Polizeistation verbindet: Über GPS-Daten wird der genaue Standort der Person erfasst und im Hintergrund ein stiller Notruf an die nächstgelegene Polizeidienststelle übermittelt.

Der Red Dot: Junior Prize, der Hauptpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, ging an das Projekt »Fasteners: Form-Making Machine« des chinesischen Grafikdesigners Yiyang Li.

Inspiriert von der experimentellen Literaturgruppe Oulipo, die 1960 in Paris gegründet, das Schreiben mit strengen, oft mathematischen Regeln verband, um so neue Formen der Kreativität zu erkunden, übertrug Yiyang Li das Prinzip auf die Typografie.

Und das mit einem System, das mit der Form-Making Machine durch Umordnungen und neuen Kombinationen vielfältige Schriften entstehen lässt.

Da Yiyang Li kein Visum erhielt, um an der Preisverleihung teilzunehmen, nahm er eine Videobotschaft auf:

Videobotschaft des Red Dot: Junior Prize Gewinners Yiyang Li © Red Dot.

Human Touch

Auch in diesem Jahr moderierte Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot, die Preisverleihung und übergab die Red Dot Trophäen gemeinsam mit Daniel Leyser, Mariam Braimah und Sang In Lee, Mitgliedern der Red Dot Jury.

Ein Höhepunkt der Preisverleihung war die Rede von Prof. Christian Schmachtenberg, Professor für Experience
Design an der Hochschule Kaiserslautern, der eine leidenschaftliche Laudatio auf Elastique, Red Dot: Agency of the Year 2026, hielt.

Er zeigte, wie mitreißend es sein kann, wenn, statt einer Stimme vom Band, die die Moderation von Prof. Dr. Peter Zec ergänzte, Menschen auf der Bühne sprechen. Die Ausgezeichneten inklusive, von denen nur Elastique zu Wort kam.

Zu den Red Dot Auszeichnungen wird auch in diesem Jahr das International Yearbook Brands & Communication Design 2026/2027 erscheinen, das Elastique gestaltete.

Darüber hinaus sind die Gewinnerarbeiten ab dem 10. Dezember 2026 im Red Dot Design Museum in Essen zu sehen.

Prof. Dr. Peter Zec präsentiert das International Yearbook Brands & Communication Design 2026/2027 ©Red Dot.

 

Produkt: Download PAGE - E-Books bauen in InDesign - kostenlos
Download PAGE - E-Books bauen in InDesign - kostenlos
Publizierbare EPUB-Dateien erzeugen: Andrea Nienhaus zeigt, wie’s geht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren