Swiss Post Sans: Robustes Sprachtalent für die Schweizer Post
Mehr als drei Jahre benötigte die Foundry Swiss Typefaces für die Entwicklung des Custom Fonts für die Schweizer Post. Das Ergebnis ist eine humanistische Interpretation Schweizer Präzision.

Auch wenn wir alle weniger Briefe schreiben ist die Post doch ein fester Bestandteil unseres Alltags. Von daher hatte der Auftrag der Schweizer Post für die Foundry Swiss Typefaces einen besonderen Stellenwert. »Das Projekt vereinte eine große Bandbreite an Anwendungen mit hohen technischen und gestalterischen Anforderungen,« so Swiss Typefaces Mitgründer Maxime Plescia-Büchi. »Vor allem aber wurde es für und mit einem institutionellen Kunden entwickelt: die Schweizerische Post, ein fester Bestandteil des Schweizer Alltags und damit auch des Lebens von Swiss Typefaces. Dies verleiht der professionellen Leistung eine zusätzliche emotionale Dimension.« Vor gut drei Jahren hatte Jung von Matt Brand Identity für die Schweizer Post ein neues, einheitliches Logo entwickelt. Ein Custom Font schien jetzt der logische Folgeschritt.


Uprights: kontrollierter Übergang
Die aufrechten Schnitte der Swiss Post Sans bilden den Kern der visuellen Identität des Kunden, dabei bestimmte eine zentrale Vorgabe die Entwicklung der Uprights: Ein »Hard Switch« musste möglich sein. Das heißt, die neue Schrift musste die alte ersetzen können, ohne dass bestehende Layouts neu gestaltet werden mussten. Durch frühe Beta-Tests unter realen Bedingungen und enge Feedbackschleifen verfeinerte Swiss Typefaces alle Zeichen, Abstände und Details kontinuierlich, um eine konsistente Leistung in allen Anwendungen sicherzustellen.



Swiss Post Sans muss überall funktionieren: auf Beschilderungen, Lastwagen, Briefmarken, Apps, Websites und Drucksachen, häufig in vier Sprachen. Anstatt die Schrift in zwei Versionen für Screen und Print aufzuteilen, entwickelten die Typedesigner ein einziges, robustes System, das für beide Umgebungen geeignet ist.


Dabei führten sie eine subtile Veränderung des Tons ein: eine humanistischere Interpretation Schweizer Präzision. Abgerundete Details, etwa der Wechsel von einem quadratischen zu einem runden Punkt, verleihen dem Erscheinungsbild eine weichere Note. Das Ergebnis bewahrt seine Neutralität und wirkt zugleich wärmer. So unterstützt die Schrift die langfristige Weiterentwicklung der Marke, ohne ihre Wiedererkennbarkeit zu beeinträchtigen.

»Swiss Post Sans ist von Natur aus schweizerisch, nicht nur im Design.«
Emmanuel Rey, Executive Creative Director bei Swiss Typefaces
Italics: eine neue Stimme
Von den Einschränkungen des Austauschs befreit, boten die Italics größere gestalterische Freiheit. Sie sind nicht nur funktional, sondern auch eigenständig und charaktervoll.

Anstatt die Uprights lediglich zu neigen, integrierten die Designer in ausgewählte Buchstaben kalligrafische Einflüsse und schufen so eine hybride Struktur, die Rhythmus und Präzision miteinander verbindet. Details wie das kursive a, f und das ausdrucksstarke Ampersand, spiegeln dieses Gleichgewicht zwischen Tradition und zeitgenössischer Gestaltung wider.


Die Italics von Swiss Post Sans sind so konzipiert, dass sie sowohl zusammen mit ihren aufrechten Gegenstücken als auch unabhängig funktionieren. Sie können unterstützend wirken, aber auch eine führende Rolle übernehmen. Und natürlich eignen sie sich immer dann, wenn etwas ins Auge springen soll, etwa in Überschriften oder Kampagnen.


Schweizer Präzision
Swiss Post Sans vermeidet stilistischen Schnickschnack. Ihre Identität entsteht aus der klaren und konsequenten Lösung von Anforderungen. Sie spiegelt eine gemeinsame Gestaltungskultur wider, die in der Schweizer typografischen Tradition des Kunden und der Designer verwurzelt ist und diese zugleich in ein zeitgenössisches System überführt.
Für Swiss Typefaces steht dieses Projekt für einen langjährigen Ansatz: Tradition und Innovation sind keine Gegensätze, sondern sich gegenseitig verstärkende Kräfte. Auf Vertrauen, technischer Präzision und offener Zusammenarbeit aufgebaut, ist Swiss Post Sans eines der umfassendsten Schriftprojekte, die die Foundry bisher realisiert hat.


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