Dieses neue Browser-Add-on ist kein typischer KI-Detektor. Es hilft Usern aber dabei, mehr Informationen zu einzelnen LinkedIn-Posts zu erhalten – und so kann man den eigenen Feed etwas aufräumen.
Viele Agenturen und Kreative nutzen LinkedIn für Posts, Anzeigen, Artikel, Neukundengewinnung oder Denkanstöße. Dass einem dabei immer mehr Slops begegnen, ist längst nicht neu, bleibt aber störend.
Zudem klingt vieles erschreckend ähnlich. Das liegt zum einen am Chasing des Algorithmus – man schreibt eben so, wie die Plattform es angeblich »mag«. Dass dieser Einheitsbrei durch Slops jetzt noch austauschbarer wird, macht es nicht besser.
Mittlerweile bietet LinkedIn sogar selbst eine Option im Drei-Punkte-Menü an, mit der Nutzer:innen Inhalte als »KI-Slop« markieren können. Nun geht ein Entwickler einen Schritt weiter: Eine neue Chrome-Erweiterung prüft Inhalte noch wesentlich genauer.
Mop jetzt den Slop
Das Tool hört auf den Namen »Slop Mop« und liefert deutlich mehr Details zu den Beitragsinhalten. Nach Installation und Aktivierung der Erweiterung erscheint rechts neben jedem Post im eigenen Feed ein kleiner Wischmop.
Ein Klick darauf öffnet ein Fenster, das die Slop-Wahrscheinlichkeit des Textes in drei Stufen bewertet: Blau steht für »looks fine«, Gelb für »possibly« und Rot für »likely«. Darüber können Nutzer:innen zudem direkt selbst ihre eigene Einschätzung abgeben. Es gibt dafür vier Stufen von »not sure« bis hin zu »problably«. (Siehe den Screenshot oben)
Beim Ausprobieren lässt sich dann auch direkt der Grund einsehen, warum ein Text möglicherweise qualitativ schlecht ist, denn ein Netz-artiges Gitter zeigt an, welches Indiz dafür spricht – insgesamt gibt es neun Anzeichen. Dabei geht es um sogannte »Scroll Stopper«, Phrasen wie »not x, but y«, Hype-Wörter wie beispielsweise »game-changing« oder »paradigm shift«.
Die kritische Schwelle liegt bei 70 Prozent, dann wird ein Beitrag im sogenannten Hide-Mode ausgeblendet. Man kann aber selber entscheiden, ob man sich den Post doch anzeigen anzeigen lassen möchte und ihn dann markieren.
Es ist kein AI Detector!
Das Tool ist aber kein typischer KI-Detektor. Es geht eben nicht darum zu entlarven, ob Texte mit KI geschrieben wurden, sondern schlichtweg schlechte Inhalte zu filtern – egal woher sie stammen.
Daher auch der Name »Slop Mop« ohne das Kürzel »AI«. Bislang erkennt das Add-on noch nicht jeden schwachen Beitrag und liegt gelegentlich daneben. Es ist aber ein schöner Ansatz, um die Regie über den eigenen Feed zurückzugewinnen. Je mehr User mitmachen, desto besser funktioniert es.
Slop Mop ist als Forschungsprojekt angelegt und demonstriert, welche Möglichkeiten entstehen, wenn KI-gestützte Bewertungen flächendeckend einsetzbar werden. Eine kostenpflichtige Version gibt es nicht, die Erweiterung ist Open Source – das Projekt untersucht primär, wie Jev von Typesafe AI (»KI-Modell, das typisierte Entscheidungen liefert, keinen Text«) die Zukunft des KI-Ökosystems prägen kann.