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Kandinskys Weißer Punkt als VR-Gemälde vertont

Die Hamburger Kunsthalle und die Hochschule für Musik und Theater lassen bis Ende Juni die Komposition 248 von Kandinsky in einer VR-Anwendung erklingen

SEE, HEAR, PLAY KANDINSKY! erweitert das Erleben des Gemäldes Weißer Punkt (Komposition 248), 1923 von Wassily Kandinsky (1866–1944) in die virtuelle Realität. © SHK/Hamburger Kunsthalle/Hochschule für Musik und Theater Hamburg Bild: Sinje Hasheider

Ein innovatives Projekt der Hamburger Kunsthalle und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg: Noch bis zum 26. Juni können Besucher:innen das vor knapp 100 Jahren entstandene Gemälde Weißer Punkt von Wassily Kandinsky in einer VR-Umgebung zum Klingen bringen.

Bei der Ausstellung SEE, HEAR, PLAY KANDINSKY! tauchen sie mit einer VR-Brille und Controllern in ihren Händen in das Gemälde wie in einen dreidimensionalen Raum ein und erleben dessen Elemente als Klänge. Ausgewählte Formen des Bildes lassen sich im virtuellen Raum interaktiv mit den Händen greifen, bewegen und in Töne verwandeln.

VR zur Kunstvermittlung

Die Hamburger Kunsthalle erweitert mit dieser, von der Multimedia-Komponistin Konstantina Orlandatou entwickelten VR-Installation ihr bereits umfangreiches digitales Gesamtangebot weiter und wendet die Virtual Reality-Technik erstmalig zur Vermittlung eines Kunstwerkes an.

Der Maler Wassily Kandinsky verstand sich selbst als Synästhetiker und meinte Farben hören und Töne sehen zu können. Dies nutze er für seine Kunsttheorie, in der er Farben und Formen mit Klängen verband: Gelb war für ihn beispielsweise ein hoher Ton und eine spitze Form, etwa ein Dreieck. Blau entsprach für ihn am ehesten einem Kreis, die Farbe Rot einem Viereck. Diese Verbindung von visueller und akustischer Sphäre trägt das Gemälde Weißer Punkt (Komposition 248) in sich.

Gemälde Weißer Punkt von Kandinsky im Hintergrund und Frau mit VR-Headset und Controllern im Vordergund
SEE, HEAR, PLAY KANDINSKY! Mittels VR-Brille und Steuerelementen können Nutzer*innen neue visuelle Kompositionen zum Gemälde Weißer Punkt (Komposition 248), 1923 von Wassily Kandinsky (1866–1944) gestalten und deren akustische Umsetzung erleben. © SHK/Hamburger Kunsthalle/Hochschule für Musik und Theater Hamburg Bild: Sinje Hasheider

Dreiecke, Quadrate, Zickzacklinien

Für die Virtual Reality-Installation SEE, HEAR, PLAY KANDINSKY! ließ sich Konstantina Orlandatou von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und Leiterin des Projekts Moving Sound Pictures von Kandinsky inspirieren und interpretierte sein Werk neu.

Sie isolierte Dreiecke, Quadrate, Zickzacklinien und weitere Bildelemente, ordnete sie im Raum an und wies ihnen bestimmte Töne und interaktive Eigenschaften zu. Die VR-Installation bietet den Nutzer*innen so die Möglichkeit eine individuelle visuelle Komposition zu gestalten und deren akustische Umsetzung zu erleben.

Die VR-Installation SEE, HEAR, PLAY KANDINSKY! ist in die Dauerausstellung der Hamburger Kunsthalle in die Säle der Klassischen Moderne integriert.

Wer es nicht nicht Hamburg schafft, der kann beim Google Experiment vom Centre Pompidou einen Kandinsky anhören und remixen.

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