Art and Alphabet: Großartige Schau über Buchstaben und Schrift in der Kunst

Als Wandteppich, Video oder Klang, in Graffiti verwandelt oder getanzt: Die packende Ausstellung »Art and Alphabet« zeigt, was Schrift in der Kunst alles kann.



Die Kuratorin Brigitte Kölle hat in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zuletzt mit ihrer Ausstellung »Warten« für Furore gesorgt. Aus den verschiedensten Perspektiven und in verschiedensten künstlerischen Ausdrucksformen hat sie den Zustand untersucht.

So geht sie jetzt auch in der Ausstellung Art and Alphabet vor, die gleich auf zwei Etagen zeigt, wie das Alphabet in den letzten drei Jahrzehnten Einzug in die Kunst gehalten hat und auf was für vielfältige Weise es eingesetzt wird, Bild wird, sich auflöst, unlesbar übereinander geschichtet wird, Ausdruck für Kultur und Identität ist – ob das nun das lateinische, das armenische, arabische oder ein anderes Alphabet ist.

22 Künstler aus 15 Ländern hat Brigitte Kölle ausgewählt, darunter große Namen wie Richard Artschwager, John Baldessari oder Marcel Broodthaers, aber auch Paulina Olowska (Abb. oben), die die einzelnen Buchstaben tanzt, Michael Sailsdorfer, der sie untergehen lässt – und vor allem den Hamburger Harald Stoffers.

Als Künstler der Galerie der Villa schreibt der mehrfach behinderte Maler Briefe an seine Mutter, mit der Harald Stoffers zusammenlebt und die sein Innenleben zu Bildern werden lassen, die einen nicht mehr loslassen. Eindrücklich auch wie der Syrer Mekhitar Garabedian, der in Belgien lebt, das armenische Alphabet in Klang verwandelt, der aus fast 40 Lautsprechern auf einen niedergeht.

Die Ausstellung, die bis zum 29. Oktober geht, ist ein Muss für jeden, der sich für Schrift interessiert. In so einer anspruchsvollen Vielfalt hat man sie noch nicht gesehen.


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