Schrift des Monats: Mr Eaves

Zuzana Licko stellte ihrer Mrs Eaves einen Ehemann zur Seite



Zuzana Licko stellte ihrer Mrs Eaves einen Ehemann zur Seite

Selten, dass in einer Ehe der weibliche Part so eindeutig den Ton angibt wie bei Mr und Mrs Eaves. Zuzana Licko schuf Emigres Bestseller Mrs. Eaves 1996, als zeitgemäße Interpretation von John Baskervilles Schriften. Benannt ist sie nach Sarah Eaves, der späteren Frau Baskervilles.

Im letzten Jahr nun bekam Mrs Eaves einen Ehemann – Mr Eaves ist die lang erwartete serifenlose Version der Mrs Eaves, natürlich ebenfalls von Zuzana Licko ins Leben gerufen. Er basiert auf den Proportionen seiner Frau, ist aber dennoch eigenständig, auf keinen Fall wollte Licko eine Schrift gestalten, die so aussah, als hätte man Mrs Eaves die Serifen abgeknipst.

Die Verwandtschaft der beiden wird im geringen Kontrast sichtbar sowie an einigen Buchstaben, zum Beispiel dem Querstrich des f oder dem Endstrich des t. Andere Zeichen wiederum sind sehr eigenständig, wie das gemeine c, das durch den Verlust des Tropfens aus der Serifenversion ganz neu ausbalanciert werden musste.

Wem Mr Eaves Sans zu humanistisch auftritt, für den ist möglicherweise Mr Eaves Modern die richtige Wahl, diese Variante hat einfachere, geometrischere Formen und hat sich am weitesten von ihren Wurzeln entfernt, obwohl noch einige Teile von Mrs Eaves DNA enthalten sind. Damit nicht genug gibt es Mr Eaves Sans und Modern jeweils auch in einer XL-Version mit größerer x-Höhe. Ihr Einsatz bietet sich überall dort an, wo Platz rar ist, denn die größere x-Höhe sorgt für ausgezeichnete Lesbarkeit auch in kleinen Punktgrößen.

Sans und Modern gibt es in den Schnitten Regular, Bold und Heavy, jeweils mit passenden Italics, Small Caps und Alternativbuchstaben. Bei der XL-Variante kommt noch der Schnitt Ultra hinzu. Zusammen kosten Mr Eaves Sans und Modern als OpenType-Version 299 Dollar, es gibt aber auch einzelne Pakete. Große Größen kosten etwas mehr, so muss man für Mr Eaves XL Sans und XL Modern im OpenType-Format 349 Dollar bezahlen.

Obwohl er nun schon einige Monate auf dem Markt ist, ist Mr. Eaves im Kommunikationsdesign noch nicht wirklich präsent. Höchste Zeit, ihn öfter mal einzusetzen, denn die sympathische Serifenlose hat es absolut verdient aus dem Schatten der Gemahlin herauszutreten.

www.emigre.com


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