Radikale Type: Wim Crouwel im Design Museum

Gespannt erwartet: Retrospektive der Arbeit des niederländischen Typografen und Grafikdesigners Wim Crouwel.



So mancher Typoblog lief vor Vorfreude auf die erste große britische Schau von Wim Crouwel (*1928) bereits vor Wochen heiß. Seit heute ist es nun soweit. Arbeiten aus über 60 Jahren werden im Londoner Design Museum gezeigt – von Crouwels Typografie, die schon in den 60ern die Ästhetik des Computerzeitalters aufgegriffen hat, zu seinen Jahren im legendären »Total Design« Studio, seinem Erscheinungsbild für das Amsterdamer Stedelijk Museum zu seinen berühmten Postern, Fonts und weniger bekanntem Ausstellungsdesign.

Großartig radikal, bestechend stilvoll und nahezu zeitlos modern wirken die Fonts Crouwels, die gerade wieder eine ihrer vielen Renaissancen erleben. Bahnbrechend: sein New Alphabet von 1967, so neu, wie sein Name schon sagt, das die vertikalen und horizontalen Beschränkungen der frühen Computerbildschirm-Auflösungen in eine großartig visionäre Ästhetik verwandelte.

Mit dem Studio »Total Design« prägte Crouwel in den 60er- und 70er Jahren das ästhetische Bild der Niederlande, gestaltete die Corporate Identity von großen Firmen wie IBM, designte zahlreiche Briefmarken, entwickelte die Schrift für Olivetti und erneuerte das niederländische Telefonbuch durch Kleinschreibung dermaßen radikal, dass eine erbitterte Kontroverse folgte.

In Skizzen, mit Plakaten, in Filmen, Fotografien und vielen Originalen führt die Ausstellung durch das Werk Crouwels und zeigt darüber hinaus Arbeiten von Größen wie Peter Saville und Stefan Sagmeister, auf die sein Werk großen Einfluss hat.

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Juli 2011 zu sehen.


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