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GT Ultra: Jenseits von Sans und Serif

Sich stufenlos zwischen Sans und Serif, Thin und Ultrafett bwegen. Die neue Schrift von Grilli Type macht es möglich.

GTUltra

GT Ultra, die neuste Schrift von Grilli Type, der Schweizer Foundry von Noël Leu und Thierry Blancpain, lässt Genre-Grenzen verschwimmen. Geprägt ist die Familie durch die dekorativen Flare Serif-Schriten aus den 1970er und 80er Jahren. Der Variable Font lässt sich stufenlos von Serif zu Sans verändern und hinterfragt so traditionelle Klassifikationen.

 

Charakteristisch für GT Ultra sind echte Italics, dynamische Schriftstärken und die Mischung aus kalligrafischen und geometrischen Elementen. Die statische Familie bietet drei Varianten – Standard, Median und Fine – sowie fünf Strichstärken von Thin bis Black. Außerdem gibt es noch die ganz fette Version GT Ultra Ultra mit drei Schnitten. Kaufen kann man die Schrift direkt bei Grilli Type, ein Einzelschnitt kostet 75 Dollar, die ganze Familie mit 33 Schnitten knapp 750 Dollar. Wie immer bei Grilli Type gibt es eine tolle Mini-Website und Trial-Fonts.

 

 

GTUltraVarianten

GTUltraaGTUltraDesign

 

Produkt: PAGE 10.2020
PAGE 10.2020
Offene Worte finden ¬– Position beziehen! ++ Praxis: Inclusive Design ++ Kampagnen: Save the Civil Discourse! ++ Kreativ Awards in der Krise? ++ 3D-Events in der Cloud mit Unity ++ Webdesign: CSS-Hacks ++ Typo: deep fonts mit KI ++ Booklet: CD/CI-Ranking

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich muss immer lachen, wenn ich die “Innovationen” in Sachen Schriftentwicklung und Design hier sehe. Ich habe Typograf von 1973 bis 1976 gelernt, nur damals hieß es noch Schriftsetzer und meine Zwischenprüfung musste ich noch am Setzkasten absolvieren. “Schnellsatz” auf 20 Cicero Breite in 10pt Palatino, handausgeschossen. Und wenn einem beim Ausheben der losen Bleibuchstaben aus dem Winkelhaken durch handwerkliches Geschick und Feingefühl gelungen ist und nicht alle Einzelbuchstaben druch die Gegend geflogen sind, der konnte es, wenn er gut und schnell war auf 20 bis 28 Zeilen bringen. In der Stunde. – Im “Fotosatz” am Staromat wurde ich die nächsten Jahre mit der Gill Ultra fett gequält. Meiner Meinung nach ein der hässlichsten Schriften überhaupt aber damals en vogue, genauso wie orange Flächen und Rahmen mit runden Ecken, die in krassem Gegensatz zu dieser Schrift stehen – aber das nur am Rande. Wenn ich dann hier über die NEUE GT ULTRA lese, die mit der Gill Ultra bold aus den 70ern fast identisch ist, frage ich mich ob es eigentlich kein Urheberrecht mehr auf Typedesign gibt, ob es vielleicht ausgelaufen ist oder es schlichtweg keinen interssiert. Aus gestalterischer Sicht kann ich den “jungen” Designern, die glauben, dass nicht alles schon mal da gewesen, sondern alles NEU ist nur zur Gnade der späten Geburt gratulieren, wenn sie die GT Ultra feiern. Ich bekomme heute immer noch Augenkrebs davon, auch wenn es sich eindeutig um ein Plagiat und eine unverschämter Kopie der Gill ultra bold aus den 70ern handelt.

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