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Finlay Sans: Once upon a time…

…there was a script. Entstanden aus dem Scriptfont Finlay, geht die jetzt erschienene Finlay Sans einen deutlichen Schritt Richtiung dynamische Sans.

Auf grünem Hintergrund seht in weiß fett und groß Finlay Sans. Davon abgehende Spinnenbeine beschreiben verschieden charakteristische Merkmale der Schrift Finlay Sans.

2022 entwickelte der Berliner Typedesigner Martin Wenzel eine verbundene Script, die auf Skizzen für das typografische Erscheinungsbild eines Kinderprogramms basierte. »Beim Arbeiten mit Finlay gab es immer wieder Momente, in denen ich mich fragte, ob die Schrift auch unverbunden, als universell einsetzbare Serifenlose ohne Swashes funktionieren könnte«, so Martin Wenzel. Abwegig war die Idee nicht, denn der Kontrast der Finlay war wie bei einer typischen Sans gering, die x-Höhe groß. Also verfolgte er den Gedanken weiter, das Ergebnis ist Finlay Sans, eine Serifenlose in sieben Strichstärken.

Auf grünem Hintergrund steht links Finlay, rechts Finlay Sans. so kann man die beiden Schriften direkt miteinander vergleichen.

Auf grünem Hintergrund sieht man die sieben Strichstärken der Schrift Finlay Sans

»Bei der Gestaltung der Finlay Sans entferne ich mich weg von einer Script und landete bei einer Type, die ganz klar als Serifenlose durchgeht, in deren Formensprache aber dennoch Merkmale des Schreibens durchscheinen«, so der Typedesigner. Diese Merkmale zeigen sich in den leicht gebogenen Stämmen, den abgerundeten Strichenden, den Abschwüngen, der dezenten Bewegtheit und generell dem Fehlen von Strenge. »In der ganzen Schrift gibt es nicht einen geraden Strich. Dadurch wirkt sie wärmer, lebendiger und natürlicher als eine durchschnittliche Serifenlose.« Steht die Geometrische Sans am einen Ende einer Skala der Serifenlosen, findet sich Finlay Sans am entgegengesetzten Ende.

Auf grünem Hintergrund sind in Weiß und Beige verschiedene Schriftgrößen der Schrift Finlay Sans zu sehen

Auf grünem Hintergrund sieht man einzelne Glyphen der Schrift Finlay Sans in verschiedenen Größen.

In kleineren Schriftgraden lässt sich Finlay Sans sehr gut lesen, dafür sorgen ihre offenen, humanistischen Buchstabenformen und die großzügige x-Höhe. Selbst Leseanfänger sollten sich mit ihr wohlfühlen. In größeren Graden macht sich das freundliche Design gut auf Verpackungen oder Websites, in Print oder auf Beschilderungen — kurz auf allem, was rustikal und gesund ist, handgemacht daher kommen soll oder einfach nur Spaß macht.

Links und rechts sehen wir weiße Schrift auf grünem Hintergrund, iner Mitte grüne Schrift auf weißem Hintergrund. So kann man die Lesbarkeit der Schrift Finlay Sans beurteilen.

Mit ihren sieben Schriftstärken  von Light bis Black bietet Finlay Sans viel Gestaltungsspielraum. Ein netter Bonus sind die vielen alternativen Zeichenformen, mit denen sich das typografische Erscheinungsbild weiter feinjustieren lässt – je nach Zielgruppe und Art der Anwendung.

Lizensieren kann man die freundliche, warme und sympathische Schrift bei supertype, der Foundry von Martin Wenzel und Jürgen Huber, der Finlay Sans als »Echt süß!« charakterisierte. Einzelschnitte kosten rund 40 Euro, die ganze Familie gut 200 Euro.

Auf grünem Hintergrund sehen wir die Groß- und Kleinbuchstaben der Schrift Finlay Sans sowie die enthaltenen Alternativzeichen. Auf grünem Hintergrund sind die OpenType Features der Schrift Finlay Sans dargestellt.

 

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