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So gehen Stock-Anbieter mit KI-generiertem Content um

Erst Getty und Shutterstock, jetzt Adobe Stock: Die Bildagenturen definieren ihren Umgang mit den umstrittenen KI-Bildern. Wir geben einen Überblick.

Drei bunte Bilder mit abstrakten formen, illustrationen und portraits
Bild:Links: Adobe Stock / Art Master, Mitte: Adobe Stock /Robert Kneschke, Rechts: Adobe Stock / Forest Spirit.

Scheinbar endloses Potenzial und genauso viele Fallstricke: KI-generierter Content ist hart umstritten, vor allem weil durch das Training der Text-zu-Bild-KIs mit bestehenden Artworks und Fotos oft Urheberrechte verletzt werden. Die Stock-Anbieter reagieren unterschiedlich und in rasantem Tempo – fast wöchentlich ändert sich die Lage.

Creative AI Tools auf Getty Images

Während Getty Images im September beispielsweise noch KI-generierten Content von der eigenen Plattform verbannte, gab das Unternehmen Ende Oktober eine Kooperation mit Bria, einem KI-Entwickler aus Tel Aviv bekannt.

Die enge Zusammenarbeit soll Kreativen bald erlauben, innerhalb der Getty-Plattform KI-Tools zu nutzen, um so eigene Bilder zu generieren, die den Urheberrechts-Anforderungen des Stockanbieters entsprechen.

Eine leuchtende Datenspirale vor dunklem HintergrundBild: Getty Images

DALL·E und Shutterstock

Fast zeitgleich kündigte Shutterstock eine Erweiterung der Zusammenarbeit mit OpenAI und den KI-Entwicklern von DALL·E an, die 2021 mit der Bereitstellung von Bilddaten für das Training der KI begann.

Schon in wenigen Monaten sollen Shutterstock-User:innen über eine einfache Textsuche nicht nur bestehende Bilder finden, sondern auch eigenen Content generieren können. Als Grundlage dienen dabei erneut Shutterstock Fotos und Illustrationen, deren Urheber an den Einnahmen durch den KI-generierten Content beteiligt werden sollen.

Shutterstock + Dall E 2 vor abstrakten blauen Hintergrund
Bild: Shutterstock

Adobe Stock zieht nach

Adobe Stock verzichtet zumindest bis jetzt auf eine Kooperation oder Integration von AI-Features auf der eigenen Seite. Stattdessen kündigte der Anbieter ein neues Regelwerk für den Umgang mit KI-generierten Bilddaten an.

In Zukunft darf KI-Content genauso eingereicht werden, wie reguläre Bilddaten. Allerdings kommen neben bestehenden Richtlinien – wie etwa ein Model-Release bei Portraits oder eine bestimmte Bild-ID zur Nachverfolgung – weitere Anforderungen hinzu.

KI-generierte Bilder dürfen beispielsweise keinen realen Personen und Orten ähneln, oder aus Prompts entstanden sein, die deren Namen nennen, außer man erhält die Rechte über einen entsprechenden Release. Sie sind in Zukunft unter dem Stichwort »Illustration« einzureichen, müssen aber klar gekennzeichnet und mit einem entsprechenden KI-Tag versehen werden, sowie Schlüsselworte des Prompts im Titel enthalten.

Adobe erkennt durch diese Neuerung die Potenziale KI-generierter Bilder an und stellt sich der Verantwortung, die Urheberrechtsfrage zu klären mit eigenen Mitteln. So sollen Investitionen in Technologien wie beispielsweise Adobes CAI Initiative zur Bildauthentifizierung dazu beitragen, KI-generierten Content für Nutzer:innen transparent und für Urheber lukrativ zu machen.

 

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