E-Book-Formatprobleme auf dem iPad? Apple braucht Adobe nicht

Adobe Digital Editions stellt eine DRM-Plattform und Desktop-Verwaltungssoftware für E-Books verschiedener Hersteller bereit. Dass Apple nicht darauf setzen wird, ist aber nur logisch.


Verschiedene Online-Zeitungen und -Magazine berichten über zu erwartende Formatprobleme von E-Books für Apples heiß diskutierten Tablet-Mac iPad, der Anfang April erwartet wird. Was ist dran?



Adobe Digital Editions stellt eine DRM-Plattform und Desktop-Verwaltungssoftware für E-Books verschiedener Hersteller bereit. Dass Apple nicht darauf setzen wird, ist aber nur logisch.

Verschiedene Online-Zeitungen und -Magazine berichten über zu erwartende Formatprobleme von E-Books für Apples heiß diskutierten Tablet-Mac iPad, der Anfang April erwartet wird. Was ist dran?


Apple setzt in seinem iBooksstore mit dem EPUB-Format zwar auf einen offenen Standard, will jedoch einen eigenen Kopierschutzmechanismus verwenden, der mit anderen Systemen inkompatibel sein wird, so Autor Peter Svensson auf Spiegel-Online. E-Books, die man beispielsweise bei Thalia gekauft hat, sind so nicht auf einem iPad einsatzbar. Genausowenig könne man E-Books vom iPad auf anderen Readern wie dem Sony Reader lesen. Schuld sei Apple, die mal wieder ihren eigenen Weg gehen, anstatt auf bereits verbreitete Lösungen zu setzen. Die verbreitete Lösung, von der Svensson spricht, ist die Software Adobe Digital Editions. Damit kaufen Lesehungrige kopiergeschützte E-Books über das Internet und laden diese herunter. Bequem vom Desktop-Rechner aus. Gleichzeitig fungiert die Software als digitales Bücherregal und kümmert sich um die Einhaltung des Rechtemanagement, so dass ein E-Book auf maximal sechs mobilen Geräten kopiert werden kann. Die Kritik des Autors beruht nicht auf Details von Apple, die noch gar nicht zur Verfügung stehen, sondern auf Informationen von Adobe, dass Digital Editions im iPad nicht zum Zuge komme. Aber ist das wirklich so verwunderlich?

Zunächst einmal: Das EPUB-Format für E-Books ist so offen, wie es nur sein kann. Es wurde 2007 vom International Digital Publishing Forum veröffentlicht und basiert auf XML. Kopierschutz- und DRM-Mechanismen unterstützt EPUB zwar, eine einheitliche vorgehensweise ist jedoch weder vorgegeben noch definiert. Mal abgesehen von DRM-Fragen: Auf dem populären Lesegerät Kindle von Amazon kann man nicht einmal ungeschützte EPUB-Formate lesen, Amazon setzt auf einen eigenen Standard. Soviel zum Thema Datenaustausch, da hilft auch Adobe Digital Editions nicht viel.

Apple wird auf das Adobe-DRM logischerweise nicht setzen können. Wie soll das auch funktionieren? Digital Editions verlangt die Aktivierung eines Computers mit einer Adobe-ID, die Kontrolle liegt also ganz bei Adobe. Die digitalen Bücher werden dann mit der auf Adobe AIR laufenden Lösung freigeschaltet und verwaltet. Es würde verwundern, wenn Adobe für diese Dienstleistung nicht auch am Buchverkauf beteiligt wird. Apple will die Bedingungen mit den Verlagen aber selber aushandeln und kaum mit einem Partner kooperieren wollen, wenn dies nicht nötig ist. Zumal zwischen Adobe und Apple nach den letzten Äußerungen von beiden Seiten eher eine Art Eiszeit eingeläutet scheint.

Apple braucht Digital Editions nicht, dazu hat es iTunes und den iBookstore auf dem iPad. Die Sorge vor Formatproblemen ist zudem überspitzt: Es ist nicht damit zu rechnen, dass ein Anwender zig verschiedene Lesegeräte von mehreren Herstellern im täglichen Einsatz hat. Apple hat dagegen die einzige, umfassende Strategie. Er ist der einzige Anbieter, der Desktop-Rechner, Smartphone und Tablet-System aus einem Guss mit der passenden Software und Synchronisierung offerieren kann. Verständlich, dass die Konkurrenten sich da Sorgen machen.

Externe Links:

Spiegel-Online: E-Book Formatprobleme in Apples iPad


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