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Wie Stefan Sagmeister zeigt, dass der Zustand der Welt doch nicht so schlimm ist

Optimismus fällt vielen von uns in letzter Zeit schwer. Designer und Künstler Stefan Sagmeister hilft jetzt mit einer neuen Kunstreihe.

Woman II: Dieses Gemälde verdeutlicht die stetig steigende Anzahl von Frauen in Parlamenten weltweit. Lila: Stand 1900, Gelb: 1950, Blau: 2000.
Woman II: Dieses Gemälde verdeutlicht die stetig steigende Anzahl von Frauen in Parlamenten weltweit. Lila: Stand 1900, Gelb: 1950, Blau: 2000. Bild: Stefan Sagmeister

Eigentlich ist in den vergangenen 200 Jahren alles besser geworden. Diese positive Message will Stefan Sagmeister mit seiner neuen Reihe vermitteln. »Beautiful Numbers« legt den Fokus auf all die guten Dinge, die die Menschheit bislang erreicht hat. Sei es weniger Hunger, mehr Bildung oder mehr Demokratie. Sagmeister beruft sich dabei auf Daten der Vereinten Nationen und der Weltbank aus den vergangenen 200 Jahren.

Carbon I: Dieses Bild verdeutlichte den kumulativen CO2-Ausstoß von 1800 bis 2020: Der gelbe Punkt steht für den Ausstoß von China, das blaue Rechteck für den der USA und das rote Oval für den von Europa.
Carbon I: Dieses Bild verdeutlichte den kumulativen CO2-Ausstoß von 1800 bis 2020: Der gelbe Punkt steht für den Ausstoß von China, das blaue Rechteck für den der USA und das rote Oval für den von Europa. Bild: Stefan Sagmeister

»Ich habe erstaunlich viele Freunde, die glauben, dass früher alles besser war, dass die Welt kurz vor dem Untergang steht, dass wir in der schlechtesten Zeit der Menschheitsgeschichte leben. Aber die Fakten zeigen genau das Gegenteil«, so Sagmeister.

Democracy I: Dieses Bild visualisiert die Menge von Demokratien weltweit. 1945: 30, 1965: 40, 
1985: 60, 2005: 80, 2015: 85
Democracy I: Dieses Bild visualisiert die Menge von Demokratien weltweit. 1945: 30, 1965: 40, 
1985: 60, 2005: 80, 2015: 85 Bild: Stefan Sagmeister

Diese positiven Entwicklungen visualisiert er in Form von einfachen geometrischen Formen, eingearbeitet in alte Gemälde – die übrigens aus dem Fundus des Antiquitätenladens seiner Urgroßeltern stammen. »Alles in der Hoffnung, daran zu erinnern, dass die täglichen Skandale den tatsächlichen Zustand unserer Welt schlecht repräsentieren«, sagt Sagmeister. Dass er damit einen Nerv getroffen hat, zeigt der Erfolg der Ausstellung in der New Yorker Thomas Erben Gallery: Bei der Eröffnung am 10. April wurden so gut wie alle Gemälde verkauft.

Beautiful Numbers Ausstellung in der Thomas Erben Gallery in New York
Beautiful Numbers Ausstellung in der Thomas Erben Gallery in New York Bild: Stefan Sagmeister

 

Beautiful Numbers Ausstellung in der Thomas Erben Gallery in New York
Beautiful Numbers Ausstellung in der Thomas Erben Gallery in New York Bild: Stefan Sagmeister

In diesem Video erklärt Stefan Sagmeister seine Herangehensweise und zeigt weitere Visualisierungen:

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich finde die Bilder toll und erhellend, zum Beispiel Carbon I relativiert den Anteil Chinas und der USA am seit der Industrialisierung angesammelten CO2-Ausstoß, das war mir bislang nicht bewusst.
    Dass wir Menschen unsere Lebensgrundlagen zerstören, wenn wie bislang weitergelebt wird, wissen doch die meisten. Da finde ich es aufmunternd, auch mal die positiven Entwicklungen verdeutlicht zu bekommen – und mutmachend, dass Veränderungen noch etwas bewirken können, weil sich eben nicht alles komplett zum Schlechteren verändert.
    Und die Art der Umsetzung finde ich grandios.

  2. …egozentrische Künstler und deren Meinungen. Wer braucht das? Der Planet jedenfalls nicht.

  3. Tja, den Menschen geht es so gut wie nie zuvor. Der Natur dagegen geht so schlecht wie nie zuvor, außer vielleicht zu Zeiten der großen Massenaussterben der Erdgeschichte ;-/
    Je gemütlicher wir Menschen es uns hier auf unserem kreisenden Raumschiff Erde machen, desto schlechter geht es Tieren und Pflanzen. Vor diesem Hintergrund wäre die Ausstellung des Herrn Sagmeister vollständiger, wenn er nicht nur – wie es aktuell Mode ist – sich auf den Menschen fokussiert. Denn der ist auf der Erde ein nutzloser Sonderfall, der schon viele Tiere noch vor dem Industriezeitalter ausgerottet hat und damit ganze Landschaften veröden ließ.
    Also sollten wir Menschen uns nicht zu sehr in unsere egozentrischen Errungenschaften einkuscheln.

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