NORTE #2 ist da

»NORTE #2« ist ein stereothematisches Magazin von Gestaltungsstudenten der Hochschule Wismar. Wir sprachen mit Redaktionsleiter Mirko Leyh über die Entstehung des »endlosen« Liporello.



»NORTE #2« ist ein stereothematisches Magazin von Gestaltungsstudenten der Hochschule Wismar.

In der zweiten Ausgabe von »NORTE« widmeten sich 12 Sudenten dem Themenpaar »Werden und Sein«. Dabei verfolgten sie nicht nur gestalterisch sondern auch inhaltlich hohe Ansprüche. Das Magazin lässt sich von zwei Seiten lesen – gemäß dem stereothematischen Ansatz und dem inhaltlichen Themenkomplex. »Eigentlich hört es nie auf: Selbst am Ende steht man wieder an einem neuen Anfang«, heißt es im Editorial. Wir sprachen mit Redaktionsleiter Mirko Leyh über die Entstehung des »endlosen« Liporello.

Die zweite Ausgabe von NORTE hat – wie schon die erste Ausgabe – ein ungewöhnliches Format. Gehört das zum Konzept des Magazins? Was ist die Idee dahinter?

Es gehört zum Konzept des Magazins, gerade beim Format jedes Mal etwas Neues und Ungewöhnliches auszuprobieren. Die Herausforderung ist es, auch innerhalb eines unkonventionellen Formates eine gute Gestaltung, und dadurch auch einen rezeptiven Mehrwert für den Leser zu schaffen. Das Format bezieht sich dabei jedes Mal auch auf unser Stereothema. Dieses Mal ging es um die Beziehung zwischen »Werden« und »Sein«. Das »endlose« Leporello, im Gegensatz zu klar voneinander abgegrenzten Seiten zum bloßen Blättern, drückt dabei die überwiegende Prozesshaftigkeit von Allem aus. Und es erlaubte uns gestalterisch darauf einzugehen.

Wie lange dauerte der Entstehungsprozess?

Insgesamt arbeiteten wir ein Jahr (zwei Semester) an dieser Ausgabe.

Wie liefen Themenfindung und Textzusammenstellung ab?

Dazu könnte ich sehr lange erzählen! Ich versuche es kurz: NORTE ist grundsätzlich ein von Studierenden initiiertes und wesentlich von Studierenden selbstverantwortlich organisiertes Projekt. Wir haben also in einer kleinen Gruppe auch in kompletter Eigenregie entschieden, eine zweite Ausgabe zu initiieren, wobei von Anfang an klar war, dass es wieder ein Stereothema geben sollte. Bewusst naiv, ohne die inhaltliche Konsequenz sofort zu bedenken, gingen wir auf Themensuche. Letztlich standen drei Themen zur Wahl, über die wir diskutierten und abstimmten – »Werden und Sein« machte das Rennen.

Die Textzusammenstellung für das Heft selbst war ein recht langwieriger Prozess. Die Diskussionen verliefen sehr basisdemokratisch, was sicherlich wenig ökonomisch, dafür unserer Meinung nach umso vielversprechender bezüglich des erwartbaren qualitativen Ergebnisses ist. Für die verschiedenen Themen verteilten wir eine Art Patenschaft unter den Redaktionsmitgliedern, d.h. jeder kümmerte sich um bestimmte Themen, sollte entweder selbst Autor werden oder sich um Autoren bemühen. Angesichts der konkreten Möglichkeiten entschieden wir uns für ein recht textlastiges Heft, was der Konsistenz am Ende sicherlich gut tat, zumal wir innerhalb dessen ein sehr breites Spektrum – vom wissenschaftlichen Essay über künstlerisch-kreative Fragenstellungen bis hin zu eher populär aufbereiteten Beiträgen – bedienen wollten.

Wir konnten schließlich auch einige hervorragende Gastautoren und prominente Interviewpartner gewinnen. Andere Themen, die wir fest eingeplant hatten, kamen letztlich nicht zustande, sie wurden nicht rechtzeitig fertig oder hatten nicht die entsprechende Qualität, auf die wir ziemlich viel Wert gelegt haben. Das ganze Projekt wurde zwar sehr gut von unseren Professoren betreut, war aber im Wesentlichen sehr autonom organisiert und für uns Studierende somit ein »learning by doing« in eigener Sache. Dafür braucht man etwas länger, oftmals sind mehrere Anläufe nötig und es fällt wohl auch Vieles unter den Tisch, aber am Ende hat man unendlich viel gelernt, was man auf anderem Wege nicht hätte.

Was waren – neben der Themenfindung – die größten Herausforderungen oder Schwierigkeiten bei der Produktion von NORTE#2?

Die gesamte Weiterverarbeitung ist zu 100 Prozent Handarbeit, was das Ganze natürlich nicht gerade billig macht. Die größte Herausforderung war am Ende, die erforderlichen finanziellen Mittel aufzutreiben. Unser Dank gilt deswegen insbesondere der Hochschule Wismar sowie unserer Fakultät Gestaltung, die die Produktion finanziert haben. Außerhalb eines studentischen Projektes, in der freien Wirtschaft, wäre es überhaupt nicht möglich ein solches Projekt so zu realisieren. Und schon gar nicht zu dem letztlichen Verkaufspreis von 12 Euro, dem mehr eine »politische« Entscheidung zugrunde liegt: Letztlich wollen wir das Magazin, trotz der aufwändigen Produktion, gerade für nicht so betuchte Studenten und überhaupt für junge Leute erschwinglich halten, ohne große Abstriche bei der Produktion machen zu müssen. Das ist uns glücklicherweise gelungen. Auf jeden Fall aber muss man bei NORTE von »non profit« sprechen.


Haben Sie vor, das Heft bei Gestaltungswettbewerben einzureichen?

Ja! Wobei es keinen Wettbewerb zu geben scheint, dessen Profil wir 100%ig bedienen, denn die Bereiche Text und Gestaltung sind bei uns sehr gleichwertig. Wir haben auch sehr viel Geld in die Produktion gesteckt, also mal sehen, welche Wettbewerbsteilnahmen wir uns mit unserem Budget jetzt noch leisten können …

Wird NORTE auch im nächsten Semester weitergeführt?

Wenn nicht direkt im nächsten, dann sicherlich im darauf folgenden. Wir sind eine relativ kleine Fakultät in Wismar, noch kleiner ist der Studiengang »Kommunikationsdesign und Medien«, der sich maßgeblich für NORTE verantwortlich zeichnet, und die Ressourcen sind entsprechend begrenzt. Außerdem, wie bereits gesagt, braucht das ganze immer starke studentische Eigeninitiative, das gehört zu unserem Grundprinzip, es soll unsere Unabhängigkeit wahren. Wir müssen also zunächst neue Leute motivieren, aber wenn wir das schaffen, dann wird es nächstes Jahr definitiv weitergehen.


NORTE #2 kann online bestellt werden unter www.norte-magazin.de. Dort lässt sich auch noch die erste Ausgabe von 2009 bestellen zu den Themen »Ordnung und Chaoes«.


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