Neues Design für Germanwings

KW43 Branddesign verpasste der Lufthansa-Tochter Germanwings ein neues Corporate Design, das zukünftig auch Lufthansa-Kunden ansprechen soll. Wir sprachen mit dem verantwortlichen Designer über das Projekt.



Bild Germanwings Logo

 

 

Ab dem kommenden Jahr wird die Airline Germanwings mit einem neuen Corporate Design auftreten. Grund dafür ist das neue Aufgabengebiet der Lufthansa-Tochter: Sie wird ab 2013 diverse innerdeutsche und innereuropäische Flüge für ihren Mutterkonzern übernehmen – und muss dann also nicht nur die eigenen, sondern auch die früheren Lufthansa-Kunden ansprechen. Kurz gesagt: weg vom Billigflieger-Image, hin zur Qualitäts-Airline.

Den Marken-Relaunch entwickelte die Agentur KW43 Branddesign, CD- und CI-Spezialisten von Grey Worldwide. Wir sprachen mit Prof. Rüdiger Goetz, Geschäftsführer Kreation.

Bild Germanwings Redesign

PAGE: Der neue Markenauftritt von Germanwings soll nicht nur die eigenen, sondern auch frühere Lufthansa-Kunden ansprechen. Wie sind Sie an diese Herausforderung herangegangen?

Prof. Rüdiger Goetz: Das Ziel war, eine neue, junge und moderne Airline zu entwickeln. Zunächst muss man festhalten, dass die Germanwings eine klassiche Low-Cost-Airline war, sich unter diesen aber durch eine spürbar eigenständige Marken-Persönlichkeit hervorgehoben hat. Zur Lufthansa besteht dennoch ein weiter Gap. Sie gilt als eine der internationalen Premium-Airlines – nicht zuletzt mit ihrem deutschen Hintergrund, mit dem man eine hohe Qualität assoziiert. Strategisch wie unternehmerisch war es ein anspruchsvoller Job, hier eine Brücke zu schlagen. Die Herausforderung bestand darin, dass wir der Low-Cost-Airline Germanwings ein »Upgrade« geben mussten, dabei aber keine Konkurrenzmarke zur Lufthansa schaffen wollten. Wir sahen drei unterschiedliche Herangehensweisen: Man hätte erstens die Germanwings weitgehend so lassen können wie sie war, mit kleinen kosmetischen Anleihen an Lufthansa. Zweitens hätte man genau das Gegenteilige machen können, also »Lufthansa Light«. Oder drittens hätte man sich um einen gestalterische Kompromiss, bzw. Symbiose zwischen beiden Markenbildern bemühen können. Wir haben alle drei Optionen ausprobiert und sind schließlich zu einer vierten gekommen: Der Marke Germanwings ein ganz eigenes Markenimage geben.

Wie haben Sie das gestalterisch gelöst?

Wir haben aus beiden Erscheinungsbildern Anleihen genommen, haben sie aber so konfiguriert, dass eine Airline mit einem neuen, eigenständigen Gesicht entsteht. Zum Beispiel haben wir das starke Gelb der Lufthansa in gewisser Weise als Äquivalent zum Zitronengelb der Germanwings verstanden, jedoch mit höherer Wertigkeit. Wir haben also das Lufthansa-Gelb übernommen und so eine Brücke hergestellt. Das Brombeer, das die Markenwahrnehmung der Germanwings bislang stark definiert hat, fanden wir nicht hochwertig genug – besonders in Kombination mit dem dunkleren Gelb – und haben es deshalb subtil geändert und gerade in Bezug auf seine Kombinationswirkung mit dem Gelb optimiert. Außerdem haben wir entschieden, Weiß in den Markenauftritt zu integrieren, weil es sowohl eine unaufdringliche Verbindung zum Auftritt der Lufthansa herstellt, als auch universelle Wertigkeit vermittelt. Das Silber der Flugzeuge dagegen haben wir aufgegeben, weil wir es nicht zeitgemäß fanden und es im Kontext mit Passagierflugzeugen eher als Retro denn modern wahrgenommen wird. Aus diesen Schritten entstand dann ein neuer »Mix«, eine eigenständige neue Airline-Marke, die ein ähnliches selbstbewusstes Qualitätsgefühl einer erwachsenen Airline vermittelt, aber keine Konkurrenz für die Lufthansa darstellt.

Was macht das neue Logo aus?

Wir waren der Meinung, dass wir kein neues Zeichen finden müssen – Germanwings trägt sein Zeichen ja bereits im Namen. Die »Flügel Deutschlands« zu sein, ist doch eine sehr emotionale, starke Botschaft. Wir haben also eine Bildmarke entwickelt, die das W aus »Wings« zitiert. Von Anfang an haben wir das Logo so entwickelt, dass es auf der dem Leitwerk optimal wirken kann, dem optisch wichtigsten Platz auf dem Flugzeug.
Außerdem konnten wir Germanwings überzeugen, ihren alten Schriftzug aufzugeben und die Lufthansa-Schrift anzunehmen, um die Qualitätsaussage auch typografisch zu unterstützen. Wir haben bewusst einen dünneren Schnitt gewählt, der etwas moderner wirkt, haben das a angepasst und andere kleine Modifikationen vorgenommen.

Welche Elemente umfasst der neue Markenauftritt?

Zunächst natürlich das Logo auf dem Leitwerk, dem Element, das am stärksten wahrgenommen wird. Das Design wird aber schrittweise auf alle Medienkanäle der Airline übertragen. Man wird Germanwings schon am Schalter als ganzheitliche Marke erleben.

Ab wann wird man das neue Design zu sehen bekommen?



Die Maschinen werden auf den Rollfeldern schon relativ bald zu sehen sein. Dieses Wochenende fand die Probelackierung statt. Ab Juli 2013 soll dann der neuen Markenauftritt im Ganzen eingeführt werden.


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