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Nachwuchs: Erinnerungsbilder aus Sounddaten

Parsons Absolventin Zoya Shah programmierte einen Processing Algorithmus, der Songs, Sounds und musikalische Erinnerung visualisiert.

Parsons School of Design. Sommerabende aus Zoya Shahs Kindheit klingen nach »Imagine«  von John Lennon, und »I Wanna Know« von RL Grime erinnert ans Tanzen im Regen auf einem Festival. Sounds und Musik sind untrennbar mit unserem Gedächtnis verwoben und wecken oftmals ganz spezifische Erinnerungen. Aber lassen sich diese besonderen Momente auch visualisieren?

Musikalische Erinnerung visualisieren

Dieser Frage ging die frisch gebackene Absolventin in ihrem Bachelor of Fine Arts an der Parsons School of Design New York neun Monate lang nach. Die ersten Monate ihres Projekts nutzte Shah zur Recherche und Konzeption. Dabei fand sie heraus, wie verschiedene Sinneseindrücke mit Erinnerungen verwoben sind, und experimentierte mit Möglichkeiten der Visualisierung von Sound – vom 3DModelling über interaktive Buchformate bis hin zu KI-generierten Bildern mit RunwayML.

Dabei stieß sie allerdings immer wieder auf ein Problem: Die Resultate waren nur schwer vergleichbar und variierten stark. Shah war es jedoch wichtig, die visualisierten Sounds leicht zugänglich zu präsentieren und mit anderen Menschen teilen zu können. Deshalb entschied sie sich schließlich für einen Creative- Coding-Ansatz mit Processing, der reproduzierbare Ergebnisse erzeugte.

Creative Coding: Datenvisualisierung mit Processing

Dazu entwickelte sie mithilfe der Minim Library  ein Programm, das aus verschiedenen Geräuschen und Liedern Diagramme generiert. Diese bestehen aus kleinen Ellipsen, deren Größe und Farbe durch die Amplitude bestimmt werden. Sie bilden konzentrisch angeordnete Ringe, die das gesamte Frequenzspektrum der Tonspur abbilden. Die Länge der Tonspur definiert zudem die Größe des inneren schwarzen Rings.

So entstehen kreisförmige Visuals, die mit ihren schimmernden Farben verschiedene Patterns in der Musik aufdecken und Assoziationen wecken. Ihr Programm wendete Shah schließlich auf eigene vertonte Erinnerungen an – von Liedern, die ihr besonders wichtig sind, bis zum mitgeschnittenen Sound eines ganzen Tages an der Universität. Die Sounds, Visualisierungen und zugehörigen Geschichten archivierte sie anschließend öffentlich auf der selbst programmierten Website Sights and Sounds of Memory Lane.

Dort können Nutzer:innen nach verschiedenen Klängen filtern, die wundervollen Grafiken in verschiedenen Größen nebeneinander betrachten oder einzelne Geschichten nachlesen und anhören. Wer möchte, kann sogar eigene Sounds, Erinnerungen und Namen einreichen, die Shah anschließend mit ihrem Programm visualisiert und in das Archiv aufnimmt.

Zoyah Shah studierte Kommunikationsdesign und Datenvisualisierung an der Parsons School of Design in New York. Sie findet, dass Design alle Sinne ansprechen sollte, und vertiefte ihren multidisziplinären Ansatz in einem Auslandspraktikum im Sommer 2023 bei waf.berlin

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