Folie futtern

Designer und Wissenschaftler tüfteln daran, Produkte nachhaltiger zu verpacken. Gerade im Food-Segment keine einfache Aufgabe.



Es gibt mittlerweile zum Glück Bestrebungen, Plastikverpackungen zu ersetzen. Das dänische Unternehmen ecoXpac etwa will mit seiner Green Fiber Bottle aus nachhaltig angebauten Zellstofffasern den Markt revolutionieren. Möglich wird das durch die von ecoXpac entwickelte Thermoformed-Fibre-Technologie, die mit Hitze sowie Druck arbeitet, um ein Fasersubstrat zu erzeugen, das selbst kohlensäurehaltigen Getränken standhält.

Die Brauerei Carlsberg hat sich die Rechte an dieser Flasche gesichert und bereits einen von CP+B Copenhagen und kilo design aus Valby gestalteten Prototyp herausgebracht. 2018 soll das Bier in der Pappbuddel erhältlich sein.

An der Grenze zwischen Design und Wissenschaft arbeitet Tomorrow Machine, das Designstudio von Anna Glansén in Stockholm und Hanna Billqvist in Paris. Mittels Forschung, neuen Technologien, intelligentem Material und einem kreativen Blick auf die Wissenschaft wollen sie die Verpackungswelt besser machen. So haben sie bereits von der Natur inspirierte Objekte gestaltet, die eine Mahlzeit enthalten und sich im Ofen öffnen, wenn das Essen gar ist. Hergestellt aus einem vom schwedischen Forschungsunternehmen Innventia entwickelten Material aus Zellulosefasern und Bioplastik, das biologisch abbaubar ist. Ähnlich die »Wachsende Schüssel«. Gießt man heißes Wasser in das Päckchen, reagiert es auf die Hitze und verwandelt sich in eine Servierschüssel.

Liebstes Projekt der beiden aber ist »This too shall pass«, eine Serie von Lebensmittelhüllen, bei denen diese dasselbe kurze Leben haben wie der Inhalt. Anna Glansén und Hanna Billqvist entwickelten eine Olivenölverpackung aus karamellisiertem Zucker, beschichtet mit Wachs. Zum Öffnen schlägt man sie auf wie ein Ei, das Wachs schützt den Zucker nicht länger, und bei Kontakt mit Wasser beginnt er zu schmelzen. Großartig auch die Reisverpackung aus Bienenwachs, die man wie eine Frucht schält. Das Smoothie-Behältnis aus Agar-Agar und Wasser schließlich, verschwindet im selben Tempo wie der Inhalt, da das Agar-Agar bei Zimmertemperatur vertrocknet. Genau wie der Smoothie muss also auch die Verpackung gekühlt werden – was zudem bedeutet, dass man sofort sieht, ob das Produkt während des Transports großer Hitze ausgesetzt war.

Noch mehr Informationen rund um nachhaltige Verpackungen können Sie in der Titelgeschichte der PAGE 11.2017 lesen.

 

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