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Diese Typo-Zeitung visualisiert feministische Stimmen

Im Bachelorprojekt »The Glass Ceiling« bricht die ZHdK Studierende Rebekka Hausmann aus traditionellen Rastern aus und nimmt sich der Chancengleichheit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt an.

Ein aufgeschlagenes Magazin auf Blauem GrundDie gläserne Decke oder auch Glass Ceiling hat sich als Begriff für gesellschaftliche Barrieren etabliert, die Frauen und diverse Minderheiten daran hindern, in Führungspositionen aufzusteigen.

Die ZHdK Studierende Rebekka Hausmann visualisiert in ihrer Bachelorarbeit eben diese gläserne Decke in Typografie und zeigt, wie sich Geschlechtergleichberechtigung in unterschiedlichen Ländern über die letzten fünf Jahre entwickelt hat.

Frauen zu Wort kommen lassen

Als Basis für die Arbeit dient der »Economist´s glass-ceiling index«, welcher jährlich die Chancengleichheit für Frauen am Arbeitsmarkt in den 29 OECD-Ländern vergleicht.

Dabei schneiden Island, Finnland, Norwegen und Schweden regelmäßig am besten ab, Deutschland liegt mittlerweile auf Platz 18.  Hinzu kommen typografisch umgesetzte Fakten, Zitate, Statistiken und persönliche Erfahrungsberichte aus unterschiedlichen Quellen, um mehrere Perspektiven abbilden zu können.

Jede dieser Stimmen bildet Hausmann in einer eigenen typografischen Ebene ab. So stehen Statements aus im Index höher bewerteten Ländern groß und »laut« neben längeren Texten, welche sich mit der Situation in weniger gleichberechtigten Ländern auseinandersetzen und eng und klein innerhalb des Rasters laufen.

Eine Doppelseite mit sichtbarem raster hinter der dunklen Typografie Eine Doppelseite mit großen dunklen Zitaten neben feinem Fließtext

»Die Gestaltung versteht sich als Metapher für die Situation der Frauen vor Ort: Je besser ein Land bei der Geschlechtergleichberechtigung abschneidet, desto mehr Raum nehmen die Stimmen ein und desto mehr werden die traditionellen Strukturen des Layouts aufgebrochen.«

so Rebekka Hausmann, ZHdK, Zürich

Grafik-Pionierinnen zitieren

Für das zugehörige Plakat ließ Hausmann sich von einer Pionierin des feministischen Designs inspirieren. Die monochrom blau gehaltene Fotocollage ist eine Hommage an April Greimans Plakat »Does it make sense?« im Design Quarterly von 1986.

Das Poster lässt sich zu einer fast lebensgroßen nackten Frauenfigur auffalten, die von Illustrationen und Fotos in einem feinen Blauton umgeben ist. Die einzelnen Bilder stellen je einen Aspekt des Glass Ceilings dar, mit dem sich die Studierende konfrontiert sieht.

Eine Doppelseite mit typografischem Raster links und hellblauem Abstraktem Collage-Poster rechts Ein Hellbau monochromes Plakat mit einer nackten Frau, die von einzelnen Fotos umgeben ist

»The Glass Ceiling« soll alle fünf Jahre erscheinen, um einen Überblick über Entwicklungszeiträume zu geben. Hausmann erklärt aber auch, dass laut dem World Economic Forum bis zur weltweiten Gleichberechtigung noch durchschnittlich 136 Jahre dauern wird. »Das wären dann 27 Ausgaben, bis das Ziel erreicht ist. Oder wir arbeiten gemeinsam daran, dass Frauen bei gleicher Kompetenz auch gleich kompetent wahrgenommen werden, dass Frauen genauso gefördert werden wie ihre Kollegen und dass sich Karriere und Familie ergänzen und nicht ausschließen. Damit die gläserne Decke endlich zerspringt.«

Bestellen kann man die aktuelle Ausgabe per Direktnachricht an @rebekkahausmann auf Instagram.

Das Front und Backcover der typografischen Zeitung Eine Doppelseite, die zeigt, wie variabel die Schrift in dem Raster ist Eine Doppelseite mit feinen Zahlen, die eine Statistik abbilden Eine Nahaufnahme eines Zitates von Carla Harris Eine Draufsicht auf dunkle aufstellen unter den typozeitungen und einer großen Leinwand im Hintergrund

 

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