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Designed in Bangladesh: Eco-Sneaker, der Zeichen setzt

Gegen Design-Klischees – und für ethische Mode: Statt »Made in Bangladesh« ist der ekn Sneaker designed in Bangladesh und will die Modeindustrie auf den Kopf stellen – und das Hilfe der Hamburger Agentur Accenture.

Sie habe eine enge Beziehung zur Jackfruit, sagt die Designerin Rokaiya Ahmed Purna aus Bangladesh. Ein Baum mit der Nationalfrucht ihrer Heimat stand vor ihrem Elternhaus und sie spielte und zeichnete in dessen Schatten.

So wurde die Frucht zur Inspiration für ihren Sneaker ekn কাঁঠাল Kamthala.

Designed in Bangladesh. Made in Europa ist der Eco-Sneaker und das mit Hilfe des Labels ekn footwear und gemeinsam mit der Hamburger Agentur Accenture.

Der ekn কাঁঠাল Kamthala Sneaker, vegan und unisex, ist »ein nachhaltiges Zeichen gegen Design-Klischees und die Ausbeutung von Entwicklungsländern«, sagen deren Macher. Er sei eine Reaktion auf unethische Lieferketten, Umweltverschmutzung und Ausbeutung, die von einigen großen Unternehmen der Modeindustrie seit Jahrzehnten betrieben wird.

Ekn Footwear hat speziell in Bangladesh, einem Land, das wie kein anderes für die Produktion von Fast-Fashion steht, nach Design-Talenten gesucht, wie dessen Gründer Noel Klein-Reesink sagt. Und bereits nach kurzer Recherche sind sie auf Rokaiya Ahmed Purna gestoßen.

Rokaiya Ahmed Purna © ekn footwear

Mit ihrem Label Rokaiya Ahmed Purna (RAP) interpretiert die Designerin traditionelle bangladeschische Muster und Stoffe neu und setzt sich zudem für das Empowerment von Frauen und Mädchen in ihrem Heimatland ein, für die Förderung der Produktion traditioneller Textilien und Innovationen und für verantwortungsvollen Konsum.

Rokaiya Ahmed Purna unterrichtet in den Vororten von Dhaka Frauen, hilft ihnen beim Entwickeln ihrer eigenen Designs und wird dabei auch von der Unesco unterstützt. Zudem ist dabei eine Plattform für Kreative aus Bangladesch aufzubauen, damit diese der ganzen Welt ihre Ideen präsentieren können.

Wichtig war ekn footwear und Accenture neben der ethischen Herstellung, auch die kreative Leistung von Talenten ausserhalb des Westens zu fördern – und das übliche Paradigma »im globalen Norden entworfen, im globalen Süden hergestellt« umzudrehen.

© ekn footwear

Das Konzept für »Designed in Bangladesh. Made in Europe« stammt von ekn langjährigem Kreativpartner, der Hamburger Agentur Accenture Song, ehemals Kolle Rebbe. Gemeinsam entwickeln sie das Projekt von Anfang bis Ende und dabei entstanden gleichzeitig die Designsprache, Packaging, der Film, der die Einführungskampagne begleitet und die Fotografie rund um das Produkt.

»’Made in’-Labels übersehen nicht nur die ungerechten Bedingungen, unter denen Menschen im globalen Süden oft arbeiten – sie verfestigen auch schädliche Stereotypen über Kreativität und Produktion in Industrienationen und Schwellenländern.«, sagt Alexander Grapp von der Accenture Group. »Sie gehen davon aus, dass amerikanisches und europäisches Design besser ist als das der Länder, in denen Marken ihre Produktion auslagern. Genau das wollten wir mit diesem Statement in Frage stellen.«

© ekn footwear

Die Schuhe von ekn footwear werden aus natürlichen Materialien und in kleinen Stückzahlen in Portugal hergestellt – um die Umweltbelastungen minimal zu halten und den Markt nicht mit weiteren schlecht verarbeiteten Schuhen zu überschwemmen.

Alle Umsätze aus dem Verkauf des Sneakers gehen nach Bangladesch. »Eine Idee ist es, eine NGO oder ein kreatives Zentrum zu gründen, das den Kreativen in Dhaka einen neuen Ort zum Arbeiten geben könnte«, sagt Klein-Reesink. »Wir sind auch in weiteren Ländern auf der Suche nach talentierten Designern, um eine fortlaufende Reihe zu realisieren.«

Der ekn কাঁঠাল Kamthala ist als Limited Edition ausschließlich auf der Website von ekn footwear erhältlich.

Mehr zu Rokaiya Ahmed Purna hier.

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