Design für Haustiere

Von funktional bis total überkandidelt: Was bekannte internationale Designstudios sich für Hund, Katze und Goldfisch ausdenken …



© Catissa Cat Houses, www.catissa.com

Eine Hundehängematte, die sich im Nu mit einem T-Shirt von Frauchen oder Herrchen basteln lässt und dann schön vertraut duftet? Ein Bubble-Bed im Sixties-Design, dessen Sonderedition mit 24-karätigem Gold beschichtet ist? Ein Vogelhäuschen aus 3D-gedrucktem Porzellan?

Der Mix aus verrückten und genialen Ideen im opulenten Bildband »Tiertektur« dürfte die Gemüter spalten. Während manches in der beim edlen Phaidon Verlag erschienenen Publikation wirklich praktisch und schön daherkommt und neue Perspektiven fürs Zusammenleben mit dem geliebten Haustier eröffnet, wirkt anderes eher wie eine satirische Gedankenspielerei. Oder begeistert nur Leute, die gern viel Geld für wirklich komplett überflüssiges Zeug ausgeben.

In jedem Fall gibt es gute Gründe dafür, dass auch preisgekrönte Gestalter und Architekten sich mit Design für Haustiere befassen. Allein die Amerikaner geben jedes Jahr fast siebzig Milliarden Dollar für ihre Lieblinge aus. Natürlich geht‘s dabei meist um Futter und Tierarztrechnungen, doch der Markt für Spielzeug und allerlei andere Accesoires wächst fulminant. Dazu zählen auch Körbchen für Wuffi, Kuschelecken oder Kratz- und Kletterbäume für Katzen, schicke Aquarien oder Bienenstöcke für urbane Imker.

© Copycat Art Scratcher, Erik Stehmann, www.erikstehmann.nl

 

Tatsächlich zeigt der Band eine Menge innovativer Lösungen für die Bedürfnisse moderner Tierhalter, von 3D-Druck bis Recycling. Zum Beispiel gibt es Hundehäuser aus Pappröhren, wie man sie zum Beispiel fürs Aufwickeln von Luftpolsterfolie nutzt. Die schottische Firma JAM Furniture baut Vogelhäuschen aus dem Blech alter Wasch- und Geschirrspülmaschinen sowie aus Holzresten aus der Region.

Von solchen absolut sinnvollen Projekten abgesehen, stellt sich bei allzu extravagant geformten Hundehäuschen oder Kratzbäumen für Katzen oft die Frage, ob es wirklich ums Wohlbefinden der Tiere oder mehr um die ästhetischen Bedürfnisse des Menschen geht. Dass »auch Haustiere ein Recht auf schönes Design haben«, wie es die Firma Howlpot aus Südkorea behauptet, scheint uns allerdings doch recht gewagt.

 

© Waterscape, Haruka Misawa. Foto: Masayuki Hayashi

 

 

© Pet House Series, Natural Slow

 

 

© Shelter for Hermit Crabs, Aki Inomata. Foto: Aki Inomata courtesy of MAaho Kubota Gallery

 

Tiertektur: Design für Haustiere
  • Herausgeber: Phaidon
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

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