Variable Emojis

Körperliche und kulturelle Vielfalt: Die Studierende Hannah Witte entwickelte eine Emoji-Schrift, die gegen Stereotypen angeht.



Nicht hinnehmen wollte Hannah Witte, die an der Folkwang Universität der Künste in Essen im 7. Semester Kommu­nikationsdesign studiert, dass Emojis als weltweit genutzte Zeichenspra­che zwar funktionieren, gleichzeitig aber stark stereotypisch gestaltet sind.

»Es ist schon krass, wie sehr die geläufi­gen Emojis die körperliche und kulturelle Vielfalt auf einige wenige, normierte Menschendarstellungen reduzieren«, sagt die Studentin.

Die Variable-Font-Technologie brach­te sie auf die Idee, eine Emoji-Schrift zu entwickeln, die dem Anwender eine große Auswahl an individuellen Kombinationen für eige­ne Entwürfe bietet. Zugleich lässt sich auf diese Weise Speicherplatz im Messenger ein­sparen.

Ihren Font gestaltete Hannah Witte in Glyphs und program­mierte mit tech­nischem Support der Uni eine Website zum Ausprobieren ihrer Anwendungs­idee. Die­ser Pro­totyp ist schwarzweiß. Das liegt da­ran, dass es zum Zeitpunkt von Han­nah Wittes Semesterarbeit noch nicht möglich war, in Glyphs einen hin­sicht­lich der Farbwahl interpolierbaren Variable Font zu erstellen.

Für den Schritt vom Prototyp zur An­­wen­dung sucht Witte noch Un­terstüt­zung beim Programmieren und hofft, dass die Variable Emojis bald in Form eines kollaborativen Projekts Realität werden. Ich freue mich schon auf das Anlegen meiner individuellen Variable-Emoji-Bibliothek.

Auf  http://variableemojis.com  gibt’s den Font von Hannah Witte zum Ausprobieren. Hoffentlich bald kann man dann seine eigene, kunterbunte Emoji-Bibliothek anlegen

 

Hannah Witte, Variable Emojis
© Lukas Zander

Hannah Witte will mit ihren Variable Emojis menschlichen Stereo­ty­pen den Garaus machen. Warum nicht mal das Emoji einer Mechanikerin mit Kopftuch oder eines schwan­geren Mannes verwenden?


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