Reality Check für Designer: Das braucht’s im Traumjob wirklich

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Editorial: Farbe bekennen

»Viel zu viele Jungens und Mädels versuchen sich mit ›was mit Medien‹, weil sie die Vorstellung haben, dass bei uns alles bunt ist und glitzert. Die wenigsten realisieren, dass wir es sind, die es bunt und glitzernd machen müssen. Und vorher ist es nun mal grau«, kommentierte der Designer Oliver Pitsch einen Beitrag von Malte Christensen auf kopfbunt.de, der wiederum eine Replik auf ein PAGE-Editorial war. »Auf die Frage, warum man Grafiker, Artdirektor oder Webdesigner geworden sei«, hatte ich geschrieben, »lautet die Antwort nur allzu oft: ›Ach, ich hab schon immer gern gezeichnet‹ beziehungsweise ›Wenn ich sowieso den ganzen Tag im Netz bin . . . ‹. In der Praxis folgt dann aber meist die Ernüchterung: Schuften rund um die Uhr, schlechte Bezahlung und nicht der Hauch eines Privatlebens.«

Und das hatte Malte Christensen offenbar aus der Seele gesprochen. »Viele heranwachsende Designer begeben sich mit falschen Vorstellungen auf den Pfad der angewandten Kunst und merken dann schnell, dass sich der Traumjob als Designer dann doch eher als knallharte Umsetzung von Anweisungen und Budgets entpuppt«, schrieb er. »Im Studium wird man nur selten mit inhaltlichen Fragen kon frontiert. Es geht dann doch eher darum, aus Studenten alltagstaugliche und funktionierende ›Rädchen‹ zu formen. Die Welt des Designs ist doch sooo schön – oberflächlich. Da passt der verträumte Eintritt ins Studium doch nur allzugut zum weiteren Retuschieren des Berufsbildes.«

Das ist lange her, mögen Sie jetzt einwenden. Stimmt, die Beiträge stammen aus dem Jahr 2009 – Schluss mit der Schwarzmalerei, machen wir uns ein Bild von heute: Sitzen unsere Greenhorns tatsächlich blauäugig auf einer rosaroten Wolke? Wissen nicht auch sie, dass ein Studium nur bedingt auf die Jobs und Technologien von morgen vorbereiten kann, und stellen Ansprüche? Bereitet darum, wer schlau ist, dem Nachwuchs nicht längst einen guten, nachhaltigen Übergang ins Berufsleben? – Der Reality Check in PAGE 01.2018 lohnt, denn dann können wir auch morgen noch, wie damals Oliver Pitsch, sagen: »Das hier ist ein Traumjob!«

Gabriele Günder,
Chefredakteurin/Publisherin

Das Cover gestaltetet Andreas Uebele für uns. Vielen herzlichen Dank! Bei dem Font Massimo Grafia im gelben Rahmen handelt es sich um ein noch unveröffentlichtes Schriftprojekt von ihm und Gabriel Richter. Weitere Entwürfe und Einblicke ins Studio Uebele gibt’s hier:

 

 


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