Pressearbeit für Design-Studios: 13 Tipps

Etwas Pressearbeit in eigener Sache ist eine tolle Selfmarketing-Maßnahme für Designer. Wir verraten, worauf man dabei achten sollte.



Pressearbeit für Designstudios: Tipps

Die wenigsten kleinen Studios können sich eine PR-Agentur leisten und für Pressearbeit in eigener Sache fehlt häufig das Know-how – oder die Motivation. Öffentlichkeitsarbeit ist jedoch eine wichtige Selfmarketing-Methode, die zu viel Sichtbarkeit führen kann und auf die Designer nicht verzichten sollten. Um den Start zu erleichtern, haben wir hier einige Tipps gesammelt. Eins vorab: bitte keine Scheu! Die PAGE-Redaktion freut sich immer über gute Themenvorschläge – manche Studios, Ideen oder Projekte hätten wir gar nicht (oder erst später) entdeckt, wenn die Gestalter uns nicht kontaktiert hätten.

1. Eine gezielte E-Mail mit allen relevanten Informationen zu einem ganz aktuellen Projekt, kurz & knackig formuliert, passt besser in unseren Arbeitstag als spontane Telefonate. Der Betreff sollte aussagekräftig sein: »Animierte Illustrationen für die neue Nike-Website«.

2. Unbedingt eine Bildvorschau mitliefern – idealerweise direkt in der E-Mail statt als Anhang. Eine niedrige Auflösung oder ein Screenshot reichen aus. Speicherplatz-gierige high-res-Bilder sollten erst auf Nachfrage verschickt werden (das gilt auch für Download Links).

3. Alle Dateien mit den wichtigsten Informationen aussagekräftig benennen, sodass man sie in der Redaktion jederzeit wiederfindet (z. B.: GestalterName_ProjektTitel_AuftraggeberName).

4. Der Auftraggeber eines Projektes sollte zugestimmt haben, dass es veröffentlicht werden darf. Am besten abklären, bevor man mit der Pressearbeit loslegt.

5. Statt denselben Inhalt an verschiedene Redaktionen zu schicken, sollte man sich vorher genau überlegen, welches Thema und welcher »Dreh« zu welchem Medium passt. Wenn man sich mit Magazinen und Blogs auseinandersetzt, kann man viel gezieltere Vorschläge liefern. Das gilt nicht nur für Designmedien: Wenn man eine Idee richtig verkauft, passt sie vielleicht auch für lokale Tageszeitungen – etwa das neue Branding für das Opernhaus vor Ort. Oder für ein Wirtschaftsmagazin, wenn man zeigen kann, wie die neue Website den Umsatz einer Marke signifikant gesteigert hat o. ä. Am einfachsten ist es, sich dabei an wiederkehrenden Rubriken zu orientieren und direkt ein Thema dafür vorzuschlagen.

6. Gut ist es auch, direkt den passenden Redakteur anzusprechen. Dafür bei dem jeweiligen Medium ein paar Artikel zu ähnlichen Themengebieten raussuchen – der entsprechende Autor oder sein Kürzel steht fast immer dabei. Im Impressum sind die Kontaktdaten zu finden. Gibt es nur eine allgemeine Adresse, kann man dazuschreiben, dass die E-Mail bitte an die entsprechende Redakteurin weitergeleitet werden soll.

7. Print-Redaktionen monatlich erscheinender Magazine arbeiten mit ziemlich viel Vorlauf. Deswegen ist es hilfreich, wenn sich Kreative bereits mit Informationen zu einem Projekt melden, bevor dieses komplett fertig ist. Wir beurteilen etwa anhand von Scribbles, Thematik und Idee, ob ein Thema zur aktuellen Planung passt. Die Veröffentlichung kann dann passend zum Fertigstellungszeitpunkt eingeplant werden – auch für das Studio super!

8. Online-Redaktionen brauchen hingegen weniger Vorlaufzeit, möchten aber natürlich auch ein bisschen planen können – und am liebsten schon vorab über Themen informiert werden, bevor diese am selben Tag überall im Internet auftauchen.

9. Vorschlag an die Redaktion geschickt und nichts kommt zurück? Einmal höflich nachhaken, nach ca. 10 Tagen, ist völlig in Ordnung.

10. Wenn man mit mehreren Medien über dasselbe Projekt spricht: Nicht überall exakt dieselben Sätze sagen, sondern etwas variieren und vielleicht sogar exklusive Inhalte (z. B. GIFs, Videos o.ä.) anbieten. Sonst wirkt es später, als hätten alle eine Pressemitteilung abgeschrieben.

11. Eine E-Mail mit einem roten Ausrufezeichen als »Hohe Priorität« zu kennzeichnen, ist bei der Kommunikation mit Journalisten in den allermeisten Fällen (zumindest jenseits von Politikredaktionen) nicht nötig und fällt eher negativ auf.

12. Eine Redaktion oder eine Redakteurin bei Twitter, Instagram oder Facebook unter einem Projektfoto zu taggen, führt in den seltensten Fällen zu Erfolg. Und die wenigsten Redakteure finden es toll, wenn man sie ohne Kommentar oder ohne vorherigen Kontakt bei LinkedIn und Xing hinzufügt. Lieber etwas mehr Zeit nehmen und eine E-Mail schicken.

13. Hat es mit einer Veröffentlichung geklappt? Super! Damit diese möglichst lange nachwirkt, am besten auf den eigenen Social-Media-Kanälen verbreiten und auf der Website einbinden. Darüber freuen sich auch die Redaktionen.


In der Titelgeschichte von PAGE 09.2018 informieren wir ausführlich über Selfmarketing von SEO über Networking bis Social Media – mit einigen Erfahrungsberichten und vielen hilfreichen Tipps von Designern für Designer. Die Ausgabe ist hier zum Download erhältlich.


9 SEO-Tipps für Anfänger gibt’s hier.

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