Caught in the Ad – Ein Hörspiel von Werbern für Werber

Adler & Adler Werbeagentur. Junior und GF Kreation treffen sich auf dem Klo. Die erste Szene des Hörspiels „Caught in the Ad“ steigt gleich voll ein in die Klischees der Werbung: Agentur, geführt von einem testosterongesteuerten Chief Creative Officer, feiert Gewinn des Pitches um den Kunden Pop Jack, der „total heiß auf geile Kreation ist.“



Caught in the Ad

 

Adler & Adler Werbeagentur. Junior und GF Kreation treffen sich auf dem Klo. Die erste Szene des Hörspiels „Caught in the Ad“, das heute in Berlin Premiere feiert, steigt gleich voll ein in die Klischees der Werbung: Agentur, geführt von einem testosterongesteuerten Chief Creative Officer, feiert Gewinn des Pitches um den Kunden Pop Jack, der „total heiß auf geile Kreation ist.“

 

Schnell kommen die Seitenhiebe auf die hiesige Branche: „Das verscholzt hier alles“, beschwert sich CD Matthias im Meeting. Oder „Wenn ich mir das damals bei meinem Praktikum bei Jean-Remy erlaubt hätte.“ Und beim österreichischen Akzent des Kreativen Ludwig dürfte vor dem inneren Auge des firmen Hörers sofort ein Bild von Amir Kassaei entstehen. Dass Protagonist Tim Hartmann sich mit dem ganz gut versteht, passt. Immerhin arbeiten die beiden auf einem Projekt. Dabei muss Tim noch viel lernen. Vom Werberfachjargon über den angebrachten Umgang mit den neuen Kollegen aus den unterschiedlichen Units bis hin zu den agenturtypischen Arbeitszeiten. Das Koksen bringt Art Buyerin Joy ihm höchst persönlich bei.

 

Als hätte Tim nicht genug Neuland zu erobern, muss er sich auch noch von seiner Freundin rausschmeißen lassen. Doch wie das so ist, haben die meisten üblen Ereignisse auch ihre gute Seite. Und die heißt hier Emma Fröhlich. Mit der Lady vom Empfang versteht sich Tim besonders gut. Mit der kann man so toll über den Chef lästern. Emma erzählt ihm etwa, dass Matthias Krafft in die Vorhänge rotzt und den großen Toilettengang immer bei den Damen erledigt.

 

Neben den Machern in der Kommunikationsbranche nimmt „Caught in the Ad“ auch die Werbung selbst auf die Schippe. In der zweiten Hälfte des Stücks findet sich Tim gefangen in einem TV-Block zwischen bekannten Spots wieder. Dort begegnet er sowohl sich selbst in dem von ihm kreierten Film, in dem der auch gleich die Hauptrolle spielt, als auch bekannten Figuren aus Deutschlands bunter Werbewelt. Darunter der Bausparluchs und Pik, der billige Pullover mit der schrillen Stimme.

 

Silke Denk und Stuart Kummer haben ein Hörspiel produziert, in dem sich so mancher ironiefähige Werber wieder finden wird. Weit mehr als Phrasendrescherei und eine stattliche Ansammlung von aufgetischten und fein sezierten Klischees bieten die 100 Minuten zwar nicht. Für ein deftiges Schmunzeln reicht das leicht hörbare und amüsante Stück aber locker. Die Stimmen kommen von namhaften Sprechern, so die deutschen Synchrone von Matt Damon oder Alf, Jürgen Drews und Oberwerber Amir Kassaei höchst persönlich. Der spielt sich selbst. Alle Beteiligten haben pro bono an der Produktion mitgearbeitet und damit für Zustimmung in der Branche gesorgt. Der fiktive Facebook Account von Kreativchef Matthias Krafft beispielsweise hat bereits mehr als 200 Freunde.

 

Für Ton und Sound Design von „Caught in the Ad“ ist Lars Gelhausen verantwortlich, umgesetzt wurde die Produktion von Hastings in Berlin. Um das Design des Covers hat sich Bureau Mario Lombardo gekümmert, die Illustrationen kommen von Enver Hadzijaj.

 


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