auf ewig

Nele Gülcks großartiges Fotoprojekt über eine ewige Liebe wird jetzt ausgestellt.



Als sich Günter und Anneliese Hillwig Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Dorfplatz von Eddelak trafen, war es schnell um die beiden geschehen. Oder wie Günter Hillwig selbst in der Geburtstags-Zeitung zum gemeinsamen 80. schrieb: es »ergab sich ein Gespräch mit vielen Fortsetzungen …«.

Unglaubliche 66 Jahre sind sie jetzt verheiratet – und Nele Gülck hat die kleinen Dinge, die sich in den gemeinsamen Jahrzehnten angesammelt haben, fotografisch katalogisiert: Sand aus dem Urlaub, gehäkelte Kissen, die Perlenkette im rosa Muscheletui, Lebensmittelmarken und Hitlerabzeichen, Radios und das Bügeleisen, liebevoll im selbstgestricktem Beutel.

1.000 Gegenstände hat sie vor neutral weißem Hintergrund abgelichtet, fächert ein Kaleidoskop des gemeinsamen Lebens auf – und thematisiert gleichzeitig die Fotografie selbst, die Kraft der Abstraktion und Fähigkeit zu Imaginieren.

Was können einem die Gegenstände erzählen? Lässt sich aus ihnen etwas rekonstruieren? Und lassen sie einen überhaupt tiefer als auf die Oberfläche schauen?

Sie lassen einen – wirken sehr persönlich und authentisch, sind melancholisch, anrührend und intim. Und lassen im Wechselspiel zwischen Privatheit und Katalogisierung gleichzeitig Weißraum dafür, sich die Geschichte selbst zusammenzusetzen, jeder für sich und jeder eine etwas andere. 

Angeordnet sind die Bilder nach Abfolge der Räume des Einfamilienhauses, in dem die Hillwigs seit 52 Jahren wohnen, sie geben einen abstrakten Rundgang vor – und sind eingerahmt von einer Rede, die das Ehepaar an ihrem 80. Geburtstag hielt und einem Auszug aus ihrer Geburtstagszeitung.

Ein Foto allerdings fehlt. Zumindest auf dem Papier. Nämlich das, auf dem Günter und Anneliese Hillwig selbst zu sehen sind. Ein Bild von ihnen hat man sich aber auch so gemacht.

Im Raum linksrechts im Hamburger Gängeviertel wird das Buch »Auf ewig« am Samstag, den 17. November jetzt präsentiert, Bilder daraus sind in der Ausstellung zu sehen und dazu gibt es Texte aus der Geburtstagszeitung der Hillwigs und Musik der letzten 66 Jahre von Gurss von Dred (THCB).


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2 Kommentare


  1. mari

    werden die Fotos nicht ein bisschen überbewertet …?!?!


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