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Alex Wollner: King Of Cool Design

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eduziert, cool und einfach großartig: die Arbeiten des legendären brasilianischen Grafikdesigners Alex Wollner. Jetzt erstmals in Deutschland zu sehen.

Halbrunde orangene Flächen für einen Fruchtsafthersteller, stilisierte Fontänen, die auf eine Sardinendose gedruckt sind, ein angedeutetes H, das gleichzeitig auch der Grundriss einer Wohnung sein könnte – und für eine Baugesellschaft entstand: die großartigen Arbeiten von Alexandre Wollner (*1928), Pionier und Legende des brasilianischen Designs, zitieren die Konkrete Kunst, die sich in ihrer Sprache auf geometrische Elemente, Formen und Farben beschränkt.

Wollner selbst war Künstler – bis er 1952 der Industriegrafik von Max Bill begenete, der 1951 auf der Biennale von São Paulo ausgezeichnet wurde, und Wollner beschloss in Zukunft nicht wie ein Künstler mit zehn Interessierten zu kommunizieren, sondern als Designer mit Zehntausenden.

Wollner ging nach Deutschland und studierte von 1954-1958 an der HfG Ulm u. a. bei Max Bill, Otl Aicher und Josef Albers, und gründete, zurück in São Paulo, gemeinsam mit drei Kollegen forminform, die erste moderne Designagentur Brasiliens.

»Es geht mir nicht um Geometrie – es geht mir um Relationen, Proportionen, Modulierungen«, beschreibt er seinen Stil, der so gar nichts mit der überbordenden und knallbunten Formensprache seiner brasilianischen Heimat zu tun hat.

Der inzwischen 85-jährige Wollner ist in Frankfurt vor Ort, er ist bei der heutigen Eröffnung (19 Uhr) dabei und beim Sonntagsmatinee »Branding – gestern und heute«, am 22.9., um 11 Uhr.

alex wollner brasil. design visual, Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Eröffnung 20.9., 19 Uhr, bis 2.2.2014

Zu der Ausstellung erscheint der Katalog alex wollner brasil. design visual. Hg.: Klaus Kemp, Julia Koch, Matthias Wagner, 324 Seiten, dt./engl., Ernst Wasmuth Verlag, ISBN 978-3-8030-3214-0, 49 Euro

Alexandre Wollner, Erweiterte Farbe 2, 2012, Digitaler Druck
1/20
Alexandre Wollner, Konstellation e3, aus der Serie Formulierung – Interaktion – Artikulation, 2010, Digitaler Druck, 50 x 50 cm
2/20
Alexandre Wollner, ohne Titel, 1953
3/20
Fenícia, Handelsunternehmen, Alexandre Wollner, 1975
4/20
Form, Türen und Raumteiler, Deutschland, Alexandre Wollner mit Franziska Schörghuber, 1957
5/20
Gustavo Halbreich, Baugesellschaft, Alexandre Wollner, 1974
6/20
Internationales Filmfestival Brasiliens, Alexandre Wollner und Geraldo de Barros, 1954
7/20
3. Biennale von São Paulo, MAC Museum für Zeitgenössische Kunst USP, Biennale-Stiftung São Paulo, Alexandre Wollner und Geraldo de Barros, 1954
8/20
Alexandre Wollner, Alexandre Wollner – Visuelles Design, 1977
9/20
4. Biennale von São Paulo, Alexandre Wollner unter Anleitung von Max Bill, 1957
10/20
Coqueiro Sardinen, Alexandre Wollner, 1958
11/20
Logo Coqueiro Sardinen, Alexandre Wollner, 1958
12/20
SZ_130920_Alex_Wollner_L_marau.jpg
13/20
Maraú, Frucht- und Saftindustrie, Alexandre Wollner, 1973
14/20
Petróleo Tankstellen São Paulo, Alexandre Wollner, 1986-1996
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Petróleo Tankstellen São Paulo, Foto: Alexandre Wollner, 1990
16/20
Unilabor, Möbel, forminform, Alexandre Wollner, 1958
17/20
Alexandre Wollner und Geraldo de Barros, CBA Düngemittel, 1951
18/20
Porträt Alexandre Wollner, Foto: Gui von Schmidt, 2013
19/20
Alexandre Wollner, Montage der jährlichen Ausstellung, HfG Ulm, 1954
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Produkt: PAGE 03.2021
PAGE 03.2021
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