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Abgeordneten-Tinder: Wahl-Äpp aus der Schweiz

It’s a Match! Für ihre Masterarbeit »Proj­ekt CH+« in Game Design entwickelte Sophie Walker eine spielerische Wahl-App zur politischen Selbstbildung

Nachwuchs Sophie Walker Zürcher Hochschule der Künste
Das erste Konzept für die App basierte auf der Dating-App Tinder. Auf Basis von Nutzerfeedback gestaltete Sophie Walker den finalen Prototyp mit Funktionen wie »Üssortierä« oder »Favoritä«. Für künftige Wahlen plant sie eine Weiterentwicklung

Zürcher Hochschule der Künste. Die direkte De­mo­kratie in der Schweiz mit ihren Mitbestimmungs­rechten ist weltweit einzigartig. Doch lassen sich auch dort autoritäre Tendenzen erkennen, und Lösun­gen für mehr Bürgerbeteiligung über die Stimm­abgabe hinaus sind gefragt. Für ihre Masterarbeit »Proj­ekt CH+« im Stu­di­en­gang Game Design erforschte Sophie Walker deshalb, was die Voraussetzungen sind, um politi­sche Informationen zugleich sachlich und ansprechend zu vermitteln, und wie sich Spieldesign zur Unterstützung der politischen Selbst­bildung und Beteiligung einsetzen lässt.

Nach ausgiebiger Recherche und Feldforschung mit Userbefragungen und -tests entwickelte sie meh­rere Low-Fi-Prototypen und schließlich die Ürner Wahl-­Äpp 2020. Als Erstes beantwortet der User ­einen Fragenkatalog zu politischen Themen. Aus den Ergebnissen erstellt die App – gefüttert mit Daten von smartvote, dem Schweizer Pendant zum Wahl-­O-Mat – ein Netzdiagramm. Dieses visualisiert die Überschneidung der eigenen Meinung mit denen der Kandidaten. Daraufhin kann man dann, unterstützt von Gamemechaniken wie sie bei­spielsweise Tinder verwendet, Kandidaten in die engere Auswahl nehmen oder aussortieren.

Auch die sprachliche Umsetzung in Ürnerditsch, der typische Dialekt des Kanton Uri, greift den spielerischen Ansatz auf und sorgt für ein nahbares Erlebnis. Der erste öffentliche Prototyp lässt sich unter https://uriwahlapp2020.ch  testen. 

Nachwuchs Sophie Walker Zürcher Hochschule der Künste

Sophie Walker stammt ursprünglich aus dem Kanton Uri, ist inter­national aufgewachsen und absolvierte nun ihren Master Game Design an der ZHdK

 

 

 

 

 

 

 

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