Was für eine großartige Plakataktion zur Bundestagswahl

Star-Fotograf Wolfgang Tillmans hat zur Bundestagswahl eine Plakat-Serie herausgebracht, die gerade Jugendliche zum Wählen animieren soll – und die Rechtspopulisten verhindern.



Bereits im Vorfeld der Abstimmung zum Brexit hat Star-Fotograf Wolfgang Tillmans, der in London und Berlin lebt, sich positioniert und sich zudem mit einer Reihe von Plakaten für ein gemeinsames Europa stark gemacht.

Zur Bundestagswahl am 24. September stellt Tillmans sich jetzt ganz klar gegen die AfD und will erreichen, dass durch eine hohe Wahlbeteiligung und Stimmen für die anderen Parteien der prozentuale Anteil der AfD klein bleibt.

Sieben verschiedene Motive hat er dafür gestaltet und zehntausend Plakate mit seinem Team verschickt. Darüber hinaus stellt er sie zum Download bereit und fordert auf, in Kneipen, in der Bäckerei, am Arbeitsplatz oder wo immer es sinnvoll scheint, zu fragen, ob man eins aufhängen darf oder sie online zu posten.

Unter den sieben Motiven sind typografische Plakate mit Sprüchen wie Kein Bock auf Nationalisten oder Nicht wählen ist nicht neutral und dazu gibt es Fotografien mit typischen Tillmans-Motiven, die von bildstarken Alltagsszenerien zur Darstellung von Jugendkultur reichen und unter anderem klarstellen: Rechtspopulisten gewinnen, weil die anderen zuhause bleiben.

Zugleich hat Tillmans die Motive als Anzeigen in Magazinen abgedruckt, in Skater- und Kunstmagazinen, Zeitschriften für veganen Lifestyle oder Hanf, um gerade auch junge Wähler zu erreichen und alternative, wahlverdrossene Szenen.

Die AfD ist nicht harmlos. Darauf weist Tillmans immer wieder hin und direkt auf das AfD-Wahlplakat mit dem schwangeren Bauch einer weißen Frau. Versehen mit dem Spruch »Neue Deutsche machen wir selbst«, kann man es als Vorstufe zur Lebensborn-Initiative sehen, die im Dritten Reich die Geburt arischer Babys fördern sollte.

Würde die AfD zudem stärkste Oppositionsfraktion und so in jeder Bundestagssitzung als erste nach der Regierung sprechen, »hätte sie die Möglichkeit, wie schon in den Landtagen bewiesen, scheibchenweise Tabubrüche vorzunehmen und rechtsradikales Gedankengut zu normalisieren.«

Fast eine Woche ist es noch zur Bundestagswahl und geplant sei von der AfD im Endspurt noch eine massive Internetkampagne. »Dabei nutzt sie die Dienste der amerikanischen Agentur Harris Media, die bereits im vergangenen Jahr geholfen hat, Brexit und Trump durchzusetzen.« Und die dabei eine für Deutschland bisher ungekannte Polemik einsetzen wird.

Also wer dabei sein möchte … In Berlin sieht man die Plakate Tillmans schon an vielen Orten.


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