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Graphic Recording: Komplexe Themen mit Witz visualisieren

Mehr als Buchillustration: Wie mit Graphic Recording wissenschaftliche Texte lesbar werden – und sogar Spaß machen!

Wer außer ein paar verrückten Fachleuten möchte was lesen über »Ein- und Ausblicke des interdisziplinären Forschungsbundes zur Refiguration von Räumen«? Vermutlich nicht allzuviele Leute … außer Tiziana Beck und Johanna Benz von graphicrecording.cool illustrieren das Buch.

In dem Band geht es eigentlich um spannende Themen, nämlich darum, wie sich etwa durch digitale Medien und Globalisierung unser Gefühl von Räumlichkeit gerade verändert. Und damit wiederum unser Handeln und Zusammenleben. Geht uns alle an, doch wissenschaftlich formulierte Textwüsten wirken auf potentielle Leser:innen, die nicht »vom Fach« sind, oft abschreckend.

Mit Hilfe von zwei Zeichnerinnen gelang es, die Lektüre äusserst einladend zu machen. Tiziana Beck und Johanna Benz sind es gewohnt, komplexe Zusammenhänge anschaulich zu machen: durch Live-Zeichnen bei Tagungen und Workshops, was man bekanntlich als Graphic Recording bezeichnet. Witzig und anregend bebilderten sie nun den Essayband »Räume in Veränderung – Ein visuelles Lesebuch«.

 

Warum ist das nun tatsächlich Graphic Recording und nicht einfach Buchillustration? Weil die Zeichnerinnen mit jedem der von 16 verschiedenen Autorenteams geschriebenen Essays wie bei ihren Live-Jobs arbeiteten. »Wir trafen uns in kleiner Runde mit den 16 Teams und kamen jeweils für zwei bis vier Stunden mit den Forscher:innen und Mitarbeiter:innen intensiv ins Gespräch. Dabei zeichneten wir simultan«, berichten sie in einem Interview, das sich am Ende des Buchs findet.

Und weiter erklären sie dort auf die Frage, ob sie ihre Arbeit eher als Übersetzung oder als Kommentierung sehen: »Unsere Arbeit übersetzt Inhalte spontan, direkt und intuitiv in Bilder und ist damit eine Synthese von Übersetzung und Kommentar. Je weniger wir vorher wissen, desto assoziativer können wir mit den Impulsen der Wissenschaftler*innen und Mitarbeiter*innen arbeiten. Uns interessiert dabei, wie man den Kontext und die Themen mit zeichnerischen Mitteln in neue Zusammenhänge setzen kann. Vor allem geht es darum, wie Text und Zeichnung in einem Bild zusammenwirken und eine Beziehung eingehen. Humor spielt dabei eine große Rolle.«

Wir würden uns wünschen, dass mehr wichtige Themen auf diese Weise ihr Publikum finden!

 

Johanna Hoerning / Philipp Misselwitz (Hg.):
Räume in Veränderung – Ein visuelles Lesebuch. Ein- und Ausblicke des interdisziplinären Forschungsverbundes zur Refiguration von Räumen
Broschur, 17 × 24 cm
244 Seiten, 200 Abbildungen
34 Euro
ISBN 978-3-86859-721-9
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