Der Appell richtet sich an die Politik und wurde bereits von vielen Verlagen unterzeichnet. Die Debatte wird immer drängender, weil immer mehr Fälle vor den Gerichten landen. Und das sind nicht mal alle, weil viele Schöpfer:innen nicht wissen, dass ihre Werke für KI-Trainings verwendet werden.
Aktuell läuft noch die Frankfurter Buchmesse vom 7. bis zum 11. Oktober 2026. Und zum Auftakt gab es direkt einen Appell, der mit generativer KI zu tun hat. Es brauche mehr Transparenz und vor allem Mittel, um die Rechte durchsetzen zu können.
Der Appell richtet sich an die EU-Kommission, das EU-Parlament und die Bundesregierung. Bisher haben schon zahlreiche Verlage unterzeichnet. Denn das Thema liegt immer häufiger auf den Tischen von Verlagen, Kreativen und Autor:innen.
KI-Unternehmen bedienen sich, wie man weiß, eifrig an öffentlich zugänglichen Materialien, um ihre KI-Modelle damit zu trainieren. In fast allen Fällen wird niemand davon in Kenntnis gesetzt. Aber manchmal stoßen Schöpfer:innen mehr oder weniger zufällig auf ihren eigenen Werken zum Verwechseln ähnliche sehende Kreationen.
Es fehlen: Einverständnis, Vergütung, Sanktionen
So geschah es beispielsweise beim Kinderbuch-Charakter des NEINhorn, bei dem weder der Autor noch die Illustratorin wussten, dass ihre Werke offenbar zur Fütterung hergehalten haben, um KI zu trainieren. PAGE berichtete.
Fälle wie dieser zeigen, wie dringend mehr Datentransparenz, wirksame Rechtsmittel und verstärkter Kommunikationsfluss innerhalb der Communities benötigt werden. Denn oft stehen Verlage oder einzelne Personen vor einem Problem, welches sie eigentlich nur mit sehr viel Mühe, Zeit und Geld angehen könnten.
Es geht also darum, dass KI-Firmen die Modelle trainieren, ohne dass Einverständnisse vorliegen. Das betrifft das Urheberrechtsgesetz schützenswerter Werke. Am Ende erhalten die Schöpfer:innen natürlich auch keinerlei Vergütung für ihre Arbeiten. Sanktionen gibt es bisher auch keine, auch wenn rechtswidrige Handlungen stattgefunden haben.
Rechtsverletzungen bislang ohne Folgen
Eines ist klar – die Gerichte sind immer häufiger damit beschäftigt. Aber die Durchsetzung vor allem gegen internationale Unternehmen ist aufgrund von »mangelnder Transparenz und wegen Beweisschwierigkeiten« schier unmöglich. Denn wer hat schon Lust, sich auf die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen zu begeben?
»Rechtsverletzungen bleiben bislang folgenlos und die Erlöse verbleiben zu Lasten der Verlage, Autor*innen, Illustrator*innen und Übersetzer*innen ausschließlich bei den KI-Unternehmen.«
Aus diesen Gründen richten sich die Verlage nun an die Politik und erhoffen sich baldige Veränderungen. Die Forderungen sind eindeutig. Es braucht mehr Transparenzpflichten für KI-Unternehmen, einen Lizenzmarkt mit fairen Erlösmodellen sowie die Einhaltung und starke Ausgestaltung des europäischen Urheberrechts.
Der Frankfurter Appell ist ein entscheidender Vorstoß zur Wahrung der kulturellen Vielfalt, zum Schutz geistigen Eigentums und zur Sicherung fairer Wettbewerbsbedingungen in heutigen Zeiten.