Agenturporträt: dr/eh – bureau für professionelle deformation

PAGE gefällt …: dr/eh – bureau für professionelle deformation aus Zürich, das Visitenkarten in Fahrscheine verwandelt, Statistiken in ein Kartenquartett und Motorschiffe zusammenfaltet.



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Name dr/eh – bureau für professionelle deformation
Der Name »dr/eh» setzt sich aus den zwei Anfangsbuchstaben der Nachnamen Droz und Ehrliholzer zusammen.

Location Zürich, Schweiz

Web www.dreh-gmbh.ch (twitter: @drehgmbh, facebook: drehgmbh)

Schwerpunkte Visuelle Kommunikation. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Konzeption, Editorial Design, Buchgestaltung, Corporate Design, Webdesign und Typedesign.

Start dr/eh wurde 2011 von Regula Ehrliholzer und Marc Droz mit Sitz in Zürich gegründet. Regula Ehrliholzer leitete bis Ende 2010 die Abteilung Visuelle Kommunikation bei Statistik Stadt Zürich, wo Marc Droz 2007 zum Team gestoßen ist.

Strukturen Die zwei Partner von dr/eh sind zu gleichen Teilen am Unternehmen beteiligt und bearbeiten die Projekte auch meist gemeinsam. Je nach Aufgabe ziehen sie Fachleute aus dem Netzwerk hinzu. Die unterschiedlichen Werdegänge ermöglichen es, einem ganzheitlichen Gestaltungsanspruch nachzugehen, konzeptuell und handwerklich. Marc Droz kennt sich in den unterschiedlichsten Drucktechniken aus und weist eine hohe Fertigkeit als Schriftgestalter aus. Lange Zeit hat er sich mit Motion Design und Architekturvisualisierung beschäftigt. Regula Ehrliholzer übernimmt bei der Gestaltung gerne konzeptionelle und redaktionelle Aufgaben oder Arbeiten im Bereich der Kommunikation; sie verfolgt einen eigenen Ansatz in der Fotografie, der immer wieder bei Projekten gefragt ist.

Um dem gestalterischen Anspruch Profil zu geben, hat dr/eh 2012 einen Projektraum initiiert, die »KASSETTE . für projekte .«. Hier zeigen wir eigene, freie Arbeiten wie »Abgelaufen«, lancieren Projekte wie »Typografische Interferenzen« oder führen Werkstattgespräche. Wir vertreten die Ansicht, dass es wichtig ist, sich als Gestalter mit einem erweiterten Themenspektrum zu befassen, über die Ränder der Disziplinen zu schauen. Der Projektraum ist mittlerweile aus der dreh gmbh strukturell herausgelöst und wird von einem Fünferteam aus unterschiedlichen Sparten geführt, welchem Regula Ehrliholzer vorsteht. Marc Droz betätigt sich außerdem als Typedesigner und realisiert Siebdruckarbeiten; die Schrift »Colroy« wurde vor kurzem mit dem European Design Award ausgezeichnet.

Inspiration Inspiration sucht jeder von uns in einem je ganz eigenen Bereich. Vieles ist dazu geeignet, der Gang in eine Buchhandlung, ein Spaziergang oder ein Museumsbesuch, ein Kinofilm, Literatur, ein Straßenschild. Schließlich zieht man Inspiration immer aus dem eigenen Erfahrungshintergrund, und dieser kann für jede Aufgabe neu sortiert werden. Alles – auch die alltäglichste Begebenheit – kann Impulse liefern, man muss die Möglichkeiten erkennen und die Sensoren offen halten. Vieles ist eine Frage des besonderen Blicks auf einen nur scheinbar winzigen Wirklichkeitssplitter.

Ideensuche Wir betreiben die Ideensuche bewusst nicht in strukturierten Brainstormings, sondern begeben uns auf Recherche. Wir suchen nach einer übergeordneten Struktur oder einer konzeptuellen Ordnung, setzen uns intensiv mit den Inhalten auseinander, schnappen alles Mögliche auf, oft mit der Kamera oder dem Skizzenbuch. Wir suchen die Orte auf um die es geht, tauschen uns laufend mit den Kunden aus. Dies ergibt mit der Zeit ein wachsendes Assoziationsgeflecht. Ein Zitat, welches wir in ein Giveaway setzten, fand sich zwei Tage vor Druck in der Wühlkiste eines Flohmarktes. Manchmal arbeiten wir mit Leftovers, die während eines Projekts entstehen oder gelangen während der Besprechung drucktechnischer Möglichkeiten zu neuen Ideen. Wir suchen Berührungspunkte in vielerlei Gegebenheiten bis hin zu Verbindungen zur Literatur oder anderen »designfernen» Bereichen. Wir suchen nach einfachen Lösungen, aber nicht nach dem Naheliegenden. Man kann diesen Ansatz als einen poetischen bezeichnen – methodisch betrachtet keinesfalls eine niedliche Angelegenheit. Inspirierend ist auch immer wieder die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten.

Arbeitsweise Nachdem das Gesammelte ausreichend Wirkung hinterlassen hat, gilt es, das Emotionale, ein oft noch diffuses Gefühl, greifbar zu machen. Wir konzentrieren uns auf eine Auswahl an Gedanken, die uns umsetzbar erscheinen.

Dazu entwickeln wir oft zwei sehr unterschiedliche visuelle Linien, die wir untersuchen, diskutieren und entweder zusammenführen oder auf getrennten Schienen eine zeitlang weiterführen. Der eine nimmt eine Idee des anderen auf, setzt sie auf die eigene Weise um – im Pingpong-Verfahren. Ziel ist es, dem Kunden unterschiedliche Lösungsansätze zu unterbreiten, um die Richtung für die Umsetzung zu bestimmen. Idealerweise ergibt sich daraufhin ein Zeitpunkt, zu welchem alles seine Richtigkeit hat – wenn das vordem Intuitive sich auf der konzeptuellen Ebene wiederfindet. Dies sind die schönsten Momente der Umsetzung: wenn sich ein Baustein nach dem anderen mit Leichtigkeit hinzufügen lässt, fast so als finde alles wie von selbst zu einer Ordnung, weil das konzeptuelle Grundgerüst stark genug ist.

Helden Im Bereich der Gestaltung schätzen wir Personen, die den Mut zeigen, Neues und Unerwartetes in die Welt zu setzen, sich damit dem Mainstream entziehen. Sie bringen frischen Wind in die oftmals eintönige, sich selbst imitierende Welt des Designs.

Für wen sie einmal im Leben arbeiten möchten Wir arbeiten gerne für alle, die sich offen und vertrauensvoll auf einen Suchprozess und auf Gestaltung einlassen. Für alle, die dem Leser, dem Publikum oder dem Betrachter Vorstellungskraft und Interpretationswillen zugestehen. Die Sparte ist dabei sekundär; wir gestalten auch gerne »Alltägliches«, dem wir durch unsere Arbeit eine besondere Rolle im Gefüge zuweisen können. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Inhalten oder einer Geschäftsidee die verdiente Wertschätzung und Wahrnehmung zu ermöglichen. So interessieren uns Projekte, bei denen wir etwas im Alltag eines Unternehmens bewirken können. Gute Gestaltung kann dies. Bei unserem letzten Projekt – der Neugestaltung einer Buchhandlung in einem Neubau – durften wir all diesen Anliegen begegnen. Es gelang – dank der vollumfänglichen Delegation aller Aspekte der Gestaltung an das Team Innenarchitektur/Grafik – eine neue Buchhandlung zu »erfinden», bei der alles ineinander spielt: die Raumnutzung, die Konstruktion des Mobiliars, die Bespielung des Schaufensters, die Beschriftungen, die Farbwelt, die Geschäftsausstattung und die Kommunikation. Bei solchen Aufgaben geht es auch um Gestaltung von Prozessen, bei welchen wir unsere Kunden gerne weiter in die Zukunft begleiten.
Was wir uns wünschen: toll wäre ein Buchprojekt mit dem Verlag Hermann Schmidt Mainz oder Zeit für ein größeres eigenes Projekt.

Kunden Ein Auszug: Verlagswesen, kleinere und größere Unternehmen wie Stiftungen oder KMUs, eine Buchhandlung oder ein Reisebüro (einem auf Zugreisen spezialisierten Unternehmen in  einer ehemals verödeten, unbedienten Bahnhaltestelle, Künstler und Musiker wie Ruedi Häusermann oder Schtärneföifi, Bildwurf Kinowerbung. Ein wichtiger Bereich stellt die öffentliche Verwaltung dar: verschiedene Dienstzweige der Stadtverwaltung Zürich, eine Zürcher Gemeinde, der Kanton St. Gallen, die Eidgenössische Zollverwaltung oder das Departement für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Aussenministerium (EDA). Bereiche, bei denen man sehr diffizil mit den Inhalten umgehen muss, denn oft bekommt ein Bild, eine Farbe, ein Strich sogleich eine politische Dimension.




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