Corporate Design – dynamisch, prägnant, skalierbar

Ab sofort im Handel: PAGE 04.2016



Editorial: Be the Change

Die schwierigste Aufgabe in unserem Designerleben ist es wohl, die Augen offen zu halten. In die Jahre gekommene Erscheinungsbilder, wohin man schaut: starr, logozentriert und für die digitalen Me­dien gänzlich ungeeignet. Aber auch angesichts der tech­nologiegetriebenen Gleichmacherei würden wir die Augen lieber schließen. Warum bloß müssen wir alt­hergebrachte Gestaltungsansätze immer wieder infrage stellen?

Beispiel IKEA: Das ovale Logo hat sich im Laufe der langen Firmengeschichte nur wenig verändert. Die Version von 1967 bleibt bis heute bei zwei Farbwechseln die Konstante im Erscheinungsbild des Unternehmens. Doch mit dem Rest der Marke hat dieses Zeichen nur noch wenig gemein: IKEA Food geht eigene Wege, und auch auf den IKEA-Mö­bel­häu­sern prangen lediglich vier Lettern. Da scheint es durchaus nachvollziehbar, dass sich die renom­mier­te Agen­tur Freytag Anderson ebendieses Dachmarken-Signet vornahm, als das Magazin »ICON« um einen »Rethink«-Beitrag bat.

Die Beschreibung des Entwicklungsprozesses liest sich fast wie eine Blaupause: Man behält die charakteristische Farbgebung bei, vereinfacht die Typo und wirft das Oval über Bord. So wird das Logo auch im Web in kleinen Größen lesbar sein. Und klar, um die Kreativität der Marke zu unterstreichen, entwickelt man ein modulares, stapelbares Designsystem und bringt diese spielerische und intuitive Verbindung zwischen Logo, Produkt und Konsumenten auch gleich in die dritte Dimension. Im Fall von IKEA wäre das in der Tat ein genialer Wurf, gäbe es nicht das IDEO-Logo, das Paul Rand bereits 1991 entwarf und Penta­gram 1997 zu einem variablen Logosys­tem aus­­bau­te. Oder das blaue E auf gelbem Grund, das aus IKEA mal eben EDEKA macht.

Also Augen auf: In der aktuellen Ausgabe PAGE 04.2016 richten wir den Blick auf die Bausteine, aus denen sich zeitgemä­ße visu­el­le Identitäten zusammensetzen. Wir präsentie­ren dynamische, skalierbare Corporate-De­sign-Sys­te­me, die den Elch­test anwendungs­über­grei­­fend be­­ste­hen und Wer­te kommunizieren. Denn auch heute ist nichts emotionalisierender als ­ei­ne offline wie online prägnant vorgetragene und vor­gelebte Über­zeu­­gung, die sich entsprechend ­visuell differenziert.

Gabriele Günder,
Chefredakteurin/Publisher




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